Erziehung besteht aus zwei Dingen: Beispiel und Liebe

11.8.2021
/
3 Min.

Erziehung besteht aus zwei Dingen: Beispiel und Liebe

10 Mütter kleiner Kinder wurden gefragt, was sie gerne in ihrer Freizeit tun.

8 verstanden die Frage nicht.

2 schliefen während der Befragung ein.

Ich kann mich so gut an diese Zeit erinnern. Gerade wenn die Kinder klein sind, kommt man gar nicht rum. Und auch wenn die Kinder größer werden, kommen andere und wichtige Dinge.

Zeitdruck, das Gefühl, nur noch reagieren zu können, eine lange Liste noch zu erledigender Aufgaben, gepaart mit dem Anspruch, alles schaffen und allen gerecht werden zu müssen, scheint ein Grundgefühl vieler Mütter zu sein. Und wir Mütter wollen das Beste für ihre Kinder. Ich habe noch nie eine Mutter getroffen, die gesagt hat: „Ach nicht so wichtig, was aus ihnen wird.“

Und so stellen wir uns gerne auch mal hinten an. Warten, wenn es darum geht, sich Wünsche und Bedürfnisse zu erfüllen.

Und wenn man als Mutter merkt, es läuft in der Familie noch nicht so gut, dann strengen sie sich noch mehr an und stellen sich noch weiter zurück.

Dies ist ein Denkfehler.

Wie erfahren Kinder die Welt? Indem sie beobachten. Und wir Mütter sind die ersten Referenzobjekte. Was ist gefährlich? Was ist erlaubt? Wie sollte es laufen? Was ist wichtig? Diese Antworten findet dein Kind, indem es verfolgt, wie du auf bestimmte Situationen reagierst. Das passiert lange, bevor das Kindern bewusst wird. Und viele Eltern machen sich das nicht klar.

„Oh nein, wie soll ich mich dann verhalten?“

Verunsicherung ist oft das erste Gefühl, wenn ich in meinen Kursen den Zusammenhang erkläre. „Das setzt mich total unter Druck.“, ist eine häufige Antwort. Ich sehe das anders. Dieser Mechanismus kann uns den Alltag auch viel leichter machen. Die Frage ist, auf was für eine Welt wir die Kinder vorbereiten möchten und was unsere Erziehungsziele sind. Sollen uns die Kinder für perfekte Personen halten, die keine Schwierigkeiten im Leben haben, die alles wissen und können? Okay, das klingt erst mal nicht schlecht. Aber was hilft das unseren Kindern? Überhaupt nichts. Denn die werden in einer Welt leben, in denen Fehler passieren. Es werden Herausforderungen kommen und sie müssen Hürden überwinden. Und wenn sie das in ihrer Kindheit nicht gelernt haben, werden sie stolpern und hinfallen.

Als Mutter ist es nicht deine Aufgabe, so zu tun, als gäbe es solche Schwierigkeiten nicht. Vielmehr ist es dein Job, deinen Kindern zu zeigen, wie man diese Schwierigkeiten überwindet. Wie viel mehr lernt dein Kind, wenn es sieht, dass du dich neuen Dingen stellst, dass du selbstbewusst an Herausforderungen herangehst und dass du die Hoffnung nicht verlierst.

Und wenn ich gar nicht so sicher bin?

Dann ist das völlig in Ordnung. Auch deine Kinder werden später immer mal wieder verunsichert sein. Und wenn es dann bei dir gesehen hat, dass Unsicherheit sie nicht von ihren Plänen und Träumen abhalten wird, werden sie nicht den Mut verlieren.

Aus diesem Grund ist alles, was du für dich tust, auch etwas, was deinen Kindern hilft. Wenn du dir wichtig bist, dir deine Bedürfnisse wichtig sind, zeigst du auch deinen Kindern, wie wichtig sie sind. Und das sie das später nicht aus den Augen verlieren sollen. Wir sind die Vorbilder für unsere Kinder. Denn hinter jedem glücklichen Kind steht eine glückliche Mutter. Welches Kind möchte schon gerne erwachsen werden, wenn die Großen ständig gestresst und gereizt sind und gar nicht glücklich wirken?

Übrigens, das Zitat aus der Betreffzeile ist von Friedrich Fröbel (1782 – 1852). Er gilt als der Begründer des Kindergartens. Seine Einrichtungen unterschieden sich von den damaligen „Kinderbewahranstalten“ durch eine pädagogische Konzeption. Erwachsene haben seiner Meinung nach die Aufgabe, Kinder zu unterstützen, die Welt zu erfahren und zu begreifen.

Alles Liebe für dich, deine Petra

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Petra Baron

Ohne den festen Willen, dass es meinen Kindern mal besser gehen soll und dass sie glücklich werden, hätte ich nicht so viel gelernt. Erst jetzt verstehe ich, dass meine Eltern mir vielleicht gerne gezeigt hätten, wie ich glücklich werde, es aber selber nicht wussten. Und das sollte sich nicht wiederholen.

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