Perfektion für Mütter? Nein, mach bitte deine Fehler.

Perfektion für Mütter? Nein, mach bitte deine Fehler.

Hallo,

mit dieser Bitte wende ich mich besonders an Mütter. Eine Mutter, die keine Fehler macht, ist ein schlechtes Vorbild für ihr Kind. Warum? Das beantworte ich dir jetzt.

Perfektionismus – Fluch und Segen zugleich

Hast du auch den Wunsch, es immer möglichst perfekt und fehlerfrei zu machen? Wenn du Mutter bist (Das gilt genauso für alle anderen.) ist das Streben nach Perfektion falsch. Ob in der Erziehung, der Ehe oder im Job, wir werden immer an dem Anspruch scheitern, stets alles richtig zu machen.

Es ist gut, wenn jemand danach strebt, sich immer weiter zu verbessern. Den Wunsch haben viele, ich auch. Ein Problem wird es, wenn dieser Wunsch zu einem Zwang wird und mit Angst verbunden ist.  

Versager oder größenwahnsinnig?

Es gibt zwei Hauptgründe, warum jemand nach Perfektion strebt. Erstens die Angst davor, ein Versager zu sein. Diese Personen wurden in ihrer Kindheit nur gelobt, wenn es sehr gut geklappt hat und wurden abgewertet, wenn ihnen ein Fehler unterlief. Vielen haben daher das Gefühl, es nie gut genug machen zu können. Sie befürchten, die anderen würden sie dann nicht mehr mögen oder ablehnen. Zweitens gibt es Menschen, die glauben tatsächlich, sie könnten es immer perfekt machen und ihnen unterliefen nie Fehler. Hmmm? Glauben die das wirklich? Ob das nun die innere Überzeugung ist oder als Schutzbehauptung gesagt wird, kann ich schwer beurteilen. Auf jeden Fall weiß ich, es passieren immer Fehler. Irgendwas geht immer mal schief.

Eine große Angst vor Fehlern hemmt uns, setzt uns unter Druck, schränkt uns ein und macht uns das Leben schwer. Wer diese große Angst vor Fehlern hat, ist unsicher und das Streben nach Perfektion lässt das Selbstvertrauen immer kleiner werden.

Entscheidend ist der Umgang mit Fehlern

Ich habe Erziehungswissenschaften studiert und hatte den Anspruch, keine Fehler bei meinen Kindern zu machen. (Sie sind erwachsen, sie haben mir erzählt, dass ich das nicht geschafft habe.) Und wenn z. B. doch nicht so ruhig und entspannt wie gewünscht blieb, habe ich mich natürlich entschuldigt. Pädagogisch wertvoll wollte ich darlegen, wie mir das passieren konnte. Bis mein Sohn zu mir sagte: „Deine Entschuldigungen sind schlimmer als das, was du getan hast.“ Zu viel Pädagogik hilft also auch nicht. ;-)

Vor allem war ich dadurch ein schlechtes Vorbild für meine Kinder. Nicht, weil ich mich entschuldigte, sondern weil sie merkten, wie sehr mir das zu schaffen machte. Was konnte ich also tun?

Was möchten wir unseren Kindern mitgeben?

„Meine Kinder sollen stark, selbstbewusst sein, sich nicht unterkriegen lassen und nie den Mut verlieren.“ Das sind die Ziele, die viele Eltern in meinen Coachings nennen. „Und wie ist das mit den Fehlern bei euren Kindern?“ Fast alle Eltern möchten, dass ihre Kinder viel ausprobieren und sich an Neues heranwagen.

Kinder haben ein sehr gutes Gespür, was in ihren Eltern vorgeht. Sie spüren genau, ob uns etwas aufregt oder ob wir ruhig bleiben. Wenn uns Fehler unterlaufen oder wir unzufrieden sind, merken sie an unserer Reaktion. Auch wenn wir uns nur „innerlich“ aufregen. Sie merken, dass wir uns ärgern oder Angst haben, dass andere uns auslachen. Und dann kannst du folgenden Satz nicht mehr sagen:

„Ach, das ist doch nicht so schlimm.“

Denn das was du vorlebst, hat einen viel größeren Einfluss auf deine Kinder, als das was du sagst. Wenn du innerlich ausflippst, spüren sie das sofort. Und dann hilft kein Mut-Mach-Spruch mehr.

Wie kannst du trotzdem deine Erziehungsziele umsetzen?

Entscheidend ist der Umgang mit Fehlern. Wenn die sich nicht vermeiden lassen, dann ist es wichtig, dass deine Kinder den Umgang damit lernen. Sie sollten immer wissen, dass alle Menschen liebenswert bleiben, auch wenn ihnen etwas nicht gelingt.

Und wie man mit solchen Situationen richtig umgeht, verstehen sie, indem du es vormachst:

1. Fehler bemerken

2. Fehler eingestehen

3. Fehler analysieren

4. Daraus etwas lernen

5. Sich trotzdem gut fühlen

6. Weiter machen

So kannst du deinen Kindern ihr späteres Leben so viel leichter machen. Denn Kinder, die befürchten, bei Fehlern weniger gemocht oder abgelehnt zu werden, tappen genauso in die Perfektionismus-Falle, mit all dem Druck und den vielen Nachteilen. Je souveräner und selbstbewusster du mit deinen Fehlern umgehst, umso stärker werden deine Kinder.

Also los, lass uns jetzt einfach mal was falsch machen. Vielleicht reicht es auch, beim nächsten Missgeschick einfach entspannt zu bleiben.

Alles Liebe für dich, deine Petra

Tags:
Petra Baron

Ohne den festen Willen, dass es meinen Kindern mal besser gehen soll und dass sie glücklich werden, hätte ich nicht so viel gelernt. Erst jetzt verstehe ich, dass meine Eltern mir vielleicht gerne gezeigt hätten, wie ich glücklich werde, es aber selber nicht wussten. Und das sollte sich nicht wiederholen.

Perfektion für Mütter? Nein, mach bitte deine Fehler.Perfektion für Mütter? Nein, mach bitte deine Fehler.Perfektion für Mütter? Nein, mach bitte deine Fehler.Perfektion für Mütter? Nein, mach bitte deine Fehler.Perfektion für Mütter? Nein, mach bitte deine Fehler.

Wöchentlicher Newsletter

Thank you! Your submission has been received!
Oops! Something went wrong while submitting the form.