Second Hand Kleidung für Kinder?

Second-Hand Kleidung für Kinder?

Es ist noch gar nicht so lange her, da hat mich ein Bekannter gefragt, ob es für ein Kind belastend wäre, wenn es gebrauchte Kleidung auftragen muss. Die Frage hat mich wirklich überrascht. Hauptsache ist doch chic und bequem, oder? Was kann denn daran so schlimm sein?

Jetzt hat eine Freundin erzählt, dass sie als Kind auch Kleidung auftragen musste. Ihr hätte das richtig zugesetzt. Sie fand das ganz schlimm und denkt da heute noch dran.

Da wurde ich doch nachdenklich. Meine Kinder haben auch Kleidung aufgetragen. Ich war frisch getrennt und das Geld war knapp. Sehr knapp sogar. Die drei wuchsen irgendwie immer gleichzeitig, sodass sie auch gleichzeitig etwas Neues brauchten. Die Winterjacken vom letzten Jahr passten auch nicht mehr. Schuhe können schon kurz nach dem Kauf wieder zu klein sein. Die gab es aber immer neu. Schuhe müssen gut zu den Füßen passen.

So war ich dankbar, dass ich für meine drei Kinder günstig Kleidung bekommen konnte. Und Kinderkleidung hält meist nur eine Saison. Was kaputt war, kam weg. Aber was macht man mit den vielen noch schönen Kleidchen, Shirts und Hosen? Die sind doch eigentlich viel zu schade für die Mülltonne.

Ein Argument für Second-Hand Kleidung, welches damals kaum Rolle spielte, ist die Entlastung der Umwelt. Die meiste Kleidung wird heute verbrannt und auf Deponien entsorgt.

Heute werben Anbieter für Second-Hand Mode im Fernsehen. Es wird mit großen Rabatten geworben: „Second-Hand kaufen - Gut für dich und die Umwelt“. Je länger Kleidung leben darf, desto weniger Belastungen für die Umwelt. Ich habe auch als Erwachsenen in Second-Hand Läden gekauft, wobei meine Schmerzgrenze bei Schuhen und Unterwäsche liegt.

Als ich mit meinem erwachsenen Sohn einmal Kinderfotos anschaute, meinte er: „Was hast du uns damals eigentlich angezogen?“ Ich versuchte mich mit einem: „Ihr habt euch die Sachen doch selber aus dem Schrank geholt.“, und einem: „Früher was das modern.“, zu rechtfertigen.

Nach dem Gespräch mit meiner Freundin denke ich noch mal an die Zeit und frage mich: „War das jetzt richtig oder habe ich meinen Kindern damit geschadet?“

Für die Situation damals war das die beste Möglichkeit. Ich weiß gar nicht, wie ich es sonst hätte schaffen können. Das war schon OK so. Ich bin viel mehr überrascht, dass dies so eine Wirkung auf Kinder haben kann.

Wir verstehen uns gut, meine Kinder und ich. Also habe ich nachgefragt. Sie wären lieber in einen Laden gegangen und hätten sich etwas Neues ausgesucht. Aber sie spürten damals, dass es finanziell eng war. Auch wenn ich das so nie angesprochen hatte, Kinder merken das schon.

Wie stehst du dazu? Gebrauchte Klamotten: Ja oder Nein? Hängt es vielleicht vom Alter der Kinder ab?

Ich bin gespannt.

Alles Liebe für dich, deine Petra

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Petra Baron

Ohne den festen Willen, dass es meinen Kindern mal besser gehen soll und dass sie glücklich werden, hätte ich nicht so viel gelernt. Erst jetzt verstehe ich, dass meine Eltern mir vielleicht gerne gezeigt hätten, wie ich glücklich werde, es aber selber nicht wussten. Und das sollte sich nicht wiederholen.

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