Unsichtbare Schwerstarbeit – das Leben einer Mutter

4.5.2021
/
8 Min. Lesezeit

„Ich will keinen, der mir im Haushalt hilft!“

Unsichtbare Schwerstarbeit – das Leben einer Mutter

Endlich macht morgen wieder der Kindergarten auf. Wo ist eigentlich die Matschhose? Ist die sauber? Morgen muss ich unbedingt ganz pünktlich aus dem Büro raus. Meine Freundin hat Geburtstag und ich habe zugesagt, zum Kaffee zu kommen. Das Geschenk habe ich schon, aber ist es eingepackt? Hoffentlich habe ich nicht nur Weihnachtspapier. Und Paul wollte morgen das neue Hemd anziehen, das muss noch gebügelt werden. Morgen sind auch die Ergebnisse von der Blutentnahme da. Ich muss unbedingt daran denken, beim Arzt anzurufen. Wenn ich jetzt noch die Kartoffeln koche, kann ich heute Abend den Kartoffelsalat machen. Morgen wollen wir grillen und der Salat schmeckt durchgezogen einfach besser. Oh, da muss ich auch noch die Würstchen auftauen.


Es klingt wie ein großes Durcheinander, ist aber der Alltag vieler Mütter. Damit dieser Alltag gut läuft, spielst du das alles in deinem Kopf durch. Man sagt ja, Männer können auch mal nichts denken. Das kann einer Mutter nicht passieren. Mütter sind selten im Hier und Jetzt, sie planen, organisieren und schieben im Kopf alle Aufgaben und Termine so lange hin und her, bist es doch irgendwie passt.
Und keiner sieht es, kaum jemand bekommt es mit. Doch das ist Schwerstarbeit.

Nichts darf vergessen werden, wenn etwas nicht läuft, ist sie schuld. Und die To-do-Liste wird jeden Tag länger. Egal, wie viel du abhakst, es nimmt kein Ende. Jeden Tag kommen neue Aufgaben dazu und es wird immer unübersichtlicher. Wenn du jemanden brauchst, der wirklich gut organisieren kann, dann frag eine Mutter.


Dieses: „Ich muss immer an alles denken.“, ist eine enorme Belastung. Wer ist bei dir dafür zuständig, dass an alles gedacht wird? Bist du nur für deinen Kram zuständig, oder verlassen sich die anderen auf dich?

Wie oft übernehmen Mütter Verantwortung für alles und alle im Haushalt. Es soll stets sauber sein, der Kühlschrank soll voll sein und das passende Kleidungsstück soll sauber im Schrank hängen. Der Rest der Familie verlässt sich auf dich, dass alle Termine eingehalten und jeder pünktlich überall hinkommt? Dein Mann sucht den roten Ordner mit den wichtigen Papieren? „Wo hast du hin geräumt?“ Heute ist Mittwoch und dein Sohn hat Sport in der Schule. „Warum ist die blaue Jogginghose nicht gewaschen?“


Die Aufzählung könnte endlos erweitert werden. Der rote Ordner ist grün und steht im Schrank. Dein Sohn hat zwei saubere Jogginghosen im Schrank, aber er wollte die blaue. Die hätte er auch haben können, wenn er sie in die Wäsche getan hätte. Aber erstmal wirst du gefragt. Also nicht einfach so gefragt, es ist immer ein leichter Vorwurf in den Stimmen.

Schwerstarbeit für Mütter: Wäschewaschen

Es läuft doch sonst alles gut. Du gibst dein Bestes, aber das scheinen die anderen nicht wahrzunehmen. Es ist selbstverständlich, dass alles wie am Schnürchen läuft. Und wenn etwas nicht klappt? Wer hat dann Schuld?

Sieht dein Alltag auch so aus? Hast du auch das Gefühl, du wärst für alles verantwortlich und trotzdem sieht das keiner? Fehlt dir die Anerkennung?

Dieses Gefühl ist nicht nur anstrengend, du solltest es auf keinen Fall unterschätzen. Doch die meisten Mütter beißen die Zähne zusammen und machen weiter. Ihre Energiereserven sind aufgebraucht und sie haben das Gefühl, die reagieren nur noch. Sie kämpfen sich durch schmutziges Geschirr und schmutzige Wäsche. Sie organisieren Arzttermine, denken an den Flötenunterricht und an die Ballettstunde. Sie wissen, was jeder vorhat, was er dafür braucht und bis wann alles fertig sein muss.

Eine Arbeit, die nie fertig wird, macht mürbe. Fehlende Anerkennung macht es schwerer und das Gefühl, das lässt sich nicht ändern, deprimiert. „Die anderen denken doch, ich bin eine Versagerin, wenn ich ihnen sage, wie schwer mir alles fällt.“ Es scheint irgendwie einen Gruppenzwang zu geben, der festlegt, dass wir uns über anscheinend so selbstverständlich Dinge nicht beschweren dürfen. Obwohl es fast allen Müttern so geht, sagt man so etwas nicht. Und diese Gedankenarbeit ist auch schwer zu erklären. Wer das nicht kennt, kann es schwer nachvollziehen. Aber wir Mütter kennen das doch alle.

Und alle Mütter kommen an so einen Punkt. Viele unterschätzen, dass es anstrengend ist, alles im Blick zu behalten. Gedankenarbeit ist Arbeit und wir sind alle keine Maschinen.

Dabei sind wir selbst noch unsere größten Kritiker. Wir haben hohe Ansprüche und sobald wir diesen Ansprüchen nicht mehr nachkommen, setzt das schlechte Gewissen ein. Wir vergleichen uns mit anderen und die scheinen es viel einfacher hinzubekommen. Und oft genug bekommen wir von anderen vermittelt, wir wären nur eine gute Mutter, wenn wir das alles hinbekommen. Und an was denken wir abends, wenn wir den Tag Revue passieren lassen? Uns fallen viel häufiger die Misserfolge ein. Wir konzentrieren uns auf Fehler oder auf die Dinge, die nicht so gelaufen sind, wie wir es wollten.

All diese Punkte, der Kritiker, die Ansprüche, die Erwartungen von außen und unsere Konzentration auf Misserfolge, sorgen dafür, dass wir immer so weiter machen. Denn diese Punkte suggerieren, dass es an uns liegt. Wir müssten uns nur noch mehr anstrengen, uns einfach besser organisieren, dann liefe alles besser. Nein, so funktioniert es nicht. Du wirst dich nicht besser fühlen, wenn du dich noch mehr reinhängst. Es ist nicht richtig, dass du für alles allein verantwortlich bist. Das solltest du von dir nicht erwarten und das sollten auch die anderen nicht erwarten.

Deshalb hier eine Überlegung: Ab heute gibt es die Worte „Im Haushalt helfen“ nicht mehr in eurem Wortschatz. Haushalt und Kindererziehung sind nicht automatisch Frauensache. Ihr seid eine Familie, ihr wohnt alle im gleichen Haus, ihr habt alle eure Verpflichtungen. Alle, auch du. Dein Partner soll dir nicht im Haushalt helfen, er soll Verantwortung übernehmen. Wenn dir jemand im Haushalt hilft, übernimmt er eine Aufgabe, die du sonst erledigen müsstest. Es ist quasi ein Gefallen. Und das ist der falsche Ansatz.

Vielleicht denkst du über diesen Vorschlag nach. Du kannst diesen Eintrag auch an andere schicken, auch an deinen Mann. Wenn du mal jemanden zum Reden, zum Überlegen oder zum Planen brauchst, kannst du über meine Homepage einen kostenlosen Termin buchen. Schau einfach unter www.petra-baron.de nach, oben rechts findest du meinen Terminkalender.

Also bist bald und alles Liebe für dich, deine Petra

Tags:
Petra Baron

Ohne den festen Willen, dass es meinen Kindern mal besser gehen soll und dass sie glücklich werden, hätte ich nicht so viel gelernt. Erst jetzt verstehe ich, dass meine Eltern mir vielleicht gerne gezeigt hätten, wie ich glücklich werde, es aber selber nicht wussten. Und das sollte sich nicht wiederholen.

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