Von Rabenmüttern und Hausfrauen

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Von Rabenmüttern und Hausfrauen

Raben haben einen miesen Ruf: Sie zerwühlen die Mülleimer, fressen die Eier anderer Vögel und kümmern sich nicht um ihren Nachwuchs. Viele davon stimmt nicht. Raben sind z. B. sehr intelligent, sie können auch komplexere Handlungen im Voraus planen. Und Rabenmütter versorgen liebevoll ihren Nachwuchs, selbst wenn der das Nest bereits verlassen hat. Aber das hatte meine Freundin wohl nicht gemeint, als ich ihr erzählte, ich gehe wieder arbeiten.

Ich bin eine berufstätige Mutter vor drei Kindern. Mittlerweile sind meine Kinder erwachsen und ich weiß heute: Meine Berufstätigkeit hat meine Kinder sehr positiv beeinflusst.

Ich bin eine berufstätige Mutter vor drei Kindern. Mittlerweile sind meine Kinder erwachsen und ich weiß heute: Meine Berufstätigkeit hat meine Kinder sehr positiv beeinflusst.

Einen Eventmanager stecken wir locker in die Tasche

Meine drei waren noch jung, als ich wieder anfing, jeden Tag zur Arbeit zu fahren. Sie waren gut versorgt, wurden liebevoll betreut und waren satt, wenn ich nach Hause kam. Im Gegensatz zu mir, ich kam immer hungrig heim.

Berufstätige Mütter sind Organisationsgenies. Sie stecken jeden Eventmanager in die Tasche. Ein Kind wird krank, die KiTa schließt früher, der Chef muss unbedingt nach Feierabend etwas ganz Wichtiges erledigt haben. Stress, umplanen, neu organisieren und wieder die Frage: „Wie kriege ich das nur hin?“

Es gibt nur eine Devise

In der Rückschau frage ich mich das auch. Es wird einfacher, wenn die Kinder älter werden. Der positive Effekt für meine Kinder lag aber nicht in der Tatsache, dass ich arbeiten ging. Viel entscheidender war, dass ich mich damit wohl fühlte und es mich zufrieden machte.

Egal was du machst, ob du arbeiten gehst oder nicht, einer meckert immer. Nur Hausfrau? Faul. Berufstätige Mutter? Rabenmutter. Wir können es nie allen recht machen. Und deshalb gibt es nur eine Devise für dich:

„Richtig ist, was uns glücklich macht.“

Und mit „uns“ sind alle Familienmitglieder gemeint. Auch du. Wenn ihr euch wohlfühlt und zufrieden seid, dann ist es richtig. Egal, was die Nachbarin, die Schwiegermutter oder die Kollegin sagt. Nur ihr zählt.

Warum ist es mir so wichtig, dass auch du zufrieden und glücklich bist? Für deine Kinder bist du das Vorbild. Vor dir lernen sie, wie die Welt funktioniert und wie es ist, erwachsen zu sein. Und das von Anfang an. Sie verstehen oft noch die Hintergründe und Zusammenhänge, aber sie sehen, wie du reagierst und spüren, wie du dich dabei fühlst. Es ist für Kinder die erste Möglichkeit, ihre Umwelt zu erfahren. Und wie mein Lehrer früher immer sagte: Kinder erkennen schon am Schritt auf der Treppe, ob sie abends raus dürfen. Das heißt, du kannst ihnen eh nichts vormachen.

Darin liegt der Unterschied

Du möchtest, dass deine Kinder selbstbewusst und stark werden? Das ist eher eine rhetorische Frage, denn ich habe noch nie eine Mutter getroffen, die etwas anderes wollte.

Wie werden sie stark und selbstbewusst? Indem du es ihnen vorlebst. Denn hinter jedem glücklichen Kind steht eine glückliche Mutter. Und genau das ist es, was deine Kinder sich auch für dich wünschen: eine glückliche Mama.

Wenn es eine Frau ist, die gerne zu Hause bleibt: perfekt. Wenn es eine Frau ist, die arbeitet: perfekt.

Worauf es in der Erziehung wirklich ankommt

Als ich das damals verstand, konnten mich so blöde Sätze nicht mehr treffen. Die Sätze tun nur dann weh, wenn man selber unsicher ist, wenn sie einen wunden Punkt treffen. Und mich hat es damals sehr getroffen. Ich musste zunächst aus finanziellen Gründen arbeiten gehen und war mir überhaupt nicht sicher, wie das für meine Kinder ist. Aber ich hatte Spaß, es war ein Ausgleich, ich verdiente Geld und als sich meine Situation änderte, blieb ich weiter berufstätig.

Je sicherer und selbstbewusster du bist, umso leichter werden das auch deine Kinder. Egal, wie chaotisch auch so mancher Tag verläuft.

Für die Kinder macht es einen großen Unterschied, ob du dich wohlfühlst oder nicht. Und beide Varianten, Berufstätigkeit oder Hausfrau, haben Vor- und auch Nachteile.

Keinem Kind ist geholfen, wenn die Mutter unzufrieden zu Hause sitzt. Genauso wenig wollen sie eine Mutter, die stets mit schlechtem Gewissen zur Arbeit geht. Weder das zu Hause bleiben noch das Arbeiten gehen, geben den Ausschlag. Es ist deine Zufriedenheit mit der Lösung. Und dein Umgang damit.

Für unsere Familie war meine Berufstätigkeit positiv, weil es für mich positiv war. In anderen Familien kann das ganz anders aussehen, ist aber genauso richtig.

Wenn du glücklich bist, zufrieden mit deinem Leben, dann lernen deine Kinder von dir, dass sie auch später gut für sich sorgen. Denn du hast ihnen das vorgelebt.

Wie siehst du das? Was wäre für dich die bessere Lösung? Hausfrau oder Beruf? (Obwohl ich weiß, dass berufstätige Frauen auch den Haushalt machen. Aber du weißt schon, was ich meine.)

Alles Liebe für dich, deine Petra

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