Was ist ein Burnout-Syndrom? Und gibt es das auch bei Müttern?

Was ist ein Burnout-Syndrom? Und gibt es das auch bei Müttern?

Viele Mütter sind müde. Viele Mütter leiden unter Stress, haben wenig Zeit für Erholung. Der Schlafmangel und die nicht enden wollende To-do-Liste machen müde und krank.Kein Wunder, dass viele Mütter unter Überlastung leiden.

Laut einer aktuellen Studie ist das Burnout-Syndrom unter Müttern sehr verbreitet. Bereits in den 1990er Jahren haben medizinische Forscher erkannt, dass Stress zu Erschöpfung, Konzentrationsschwäche und erhöhten Gesundheitsrisiken führen kann. Sie haben verschiedene Symptome dieser neu entdeckten Krankheit beschrieben, die sie "Burnout" oder "Ausbrennen" nennen.

Mütter verbringen viel Zeit damit, sich um andere zu kümmern. Sie kümmern sich zuerst um andere. Wer sich hinten anstellt und seine Bedürfnisse darüber vergisst, ist gefährdet.

Um dieses Problem zu bekämpfen, müssen wir uns vor allem um uns selbst kümmern, bevor wir uns um andere kümmern. Und sich um sich selbst zu kümmern bedeutet, mit unseren Gefühlen wie Traurigkeit oder Wut, Langeweile oder Einsamkeit umzugehen. Positive Gefühle zu erleben ist leicht. Bei den negativen Gefühlen ist es schwerer. Das ist eher nichts, worüber Mütter gerne reden.

Dabei geht es nicht nur um deine Gesundheit und Zufriedenheit. Mit den richtigen Umgang in einer solchen Situation beeinflusst du positiv das weitere Leben deiner Kinder.

Auch wenn die genaue Ursache für Burnout nicht bekannt ist, es wird gesagt, dass es eine Kombination aus verschiedenen Faktoren ist. Zu diesen Faktoren gehören: Stress bei der Arbeit (und/oder zu Hause), falsche Bewältigungsmechanismen, sowie die biologische Anfälligkeit. Bist du gefährdet oder vielleicht schon betroffen?

Wie häufig ist das Burnout-Syndrom?

Das 21. Jahrhundert wird nicht ohne Grund als das Jahrhundert des Stresses bezeichnet. Es ist eine Tatsache, dass nicht nur arbeitsbedingter Stress in den westlichen Industrienationen mittlerweile extrem verbreitet ist, aber wie viel wissen wir über dieses Phänomen?

In einer Studie für die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung wurde jedoch festgestellt, dass etwa 9 % der Beschäftigten in Deutschland an Burnout leiden.

Das sind etwa 3 Millionen Menschen!

Die Studie ergab, dass mehr als jeder zweite Arbeitnehmer (57 %) Symptome des Burnout-Syndroms aufweist, was es zu einer Krankheit mit fast epidemischen Ausmaßen macht. Laut dieser Studie ist das Burnout-Syndrom in der Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen am weitesten verbreitet. In der Studie heißt es weiter, dass Frauen mit Kindern am stärksten vom Burnout-Syndrom betroffen sind. Das ist leicht zu verstehen, wenn man bedenkt, wie viel Verantwortung sie tragen. Untersuchungen, wie oft Burnout bei Müttern vorkommt habe ich leider nicht gefunden. Doch dieses Thema braucht mehr Beachtung. Immer mehr Mütter fühlen sich im Hamsterrad gefangen und sind körperlich und geistig am Ende. Die Folgen sind schwerwiegend.


Wen trifft ein Burnout?

Nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung sind es folgende Faktoren, die zur Entwicklung eines Burnouts beitragen können: häufige Unzufriedenheit bei der Arbeit, ein Umfeld, das durch eine hohe Arbeitsbelastung gekennzeichnet ist, kombiniert mit einem Mangel an Feedback und Wertschätzung.

Mütter wollen ihren Kindern eine schöne Kindheit schenken. Das ist ihr großes Ziel. Sie wollen aber auch Anerkennung für das, was sie tun. Und Mütter leisten viel. Ihre Arbeitszeit ist länger als die eines Topmanagers. Der Verdienst ist oft nicht vorhanden. Alle oben genannten Kriterien treffen auf Mütter zu. Perfekt sogar.

Da viele nicht abschätzen können, was eine Mutter alles leistet, fehlt es oft an Feedback und Wertschätzung. Wie oft fühlen sich Mütter gezwungen, den Erwartungen anderer gerecht zu werden? Aber was erwarten Mütter von sich selbst?

Risikofaktoren für Burnout

Es ist wichtig zu verstehen, dass ein Burnout durch eine Vielzahl von Faktoren ausgelöst werden kann. Risikofaktoren sind persönliche Merkmale oder Lebensumstände. Je mehr Risikofaktoren vorhanden sind, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dieses Syndrom zu entwickeln. Was sind also die häufigsten Risikofaktoren?

Risikofaktor: Alter

Das häufigste Burnout-Alter ist zwischen 30 und 39 Jahren. Möglicherweise liegt das an den Übergängen, die Arbeitnehmer/innen in diesem Lebensabschnitt erleben. Viele Menschen bekommen in dieser Zeit zum Beispiel Kinder. Sie übernehmen auch viel Verantwortung außerhalb der Arbeit (z. B. die Pflege älterer Eltern).

Risikofaktor: Eine Frau sein

Frauen zeigen ihre Gefühle mehr zu zeigen und investieren Frauen ihre ganze Energie in die Arbeit und ihre Familie . Sie sind oft dieLetzten, an die sie denken. Die Mehrfachbelastung und die falsche Einstellung hinterlassen Spuren.  

Risikofaktor: Geringes Einkommen

Nicht nur ein zu viel von Anforderungen machen Menschen anfälliger für Burnout, sondern auch das Geld. Wer weniger verdient fühlt sich gestresst. Die fehlende Sicherheit kann zu einer geringeren Lebensqualität führen, das wiederum zu einem Burnout.

Risikofaktor: Eine Perfektionistin sein

Eine hoher Anspruch, der über das hinausgeht, was realistisch ist, kann ebenfalls zu Burnout führen. Das passiert, wenn Menschen sich unmöglich hohe Ziele setzen,

z. B. immer alles allein zu schaffen. Dieser Perfektionismus führt zu Stress und Burnout.

Risikofaktor: Kein "eigenes Leben" haben

Es mag unwichtig erscheinen, ein Leben außerhalb der Familie zu haben. Aber es ist wichtig, sich Zeit für sich selbst zu nehmen, wenn du ein Burnout vermeiden willst. Sport treiben, Zeit mit Freunden verbringen und Hobbys nachgehen sind wichtig für deine körperliche und geistige Gesundheit und kann Stress abbauen.

Für Mütter sind die typischen Burnout-Auslöser die Übermotivation, also das zu viel für die Familie zu wollen.

Perfektionismus ist nicht zu erreichen und die Angst, Fehler zu machen, macht einfach nur Druck.

Die eigenen Bedürfnisse werden nicht ernst genug genommen.

Häufig können diese Mütter schwer Nein sagen.

Neben dem fehlenden Feedback schätzt sie sich völlig falsch ein. Sie erkennt nicht, was sie alles leistet.

Mürbe machen auch die ständigen Unterbrechungen der eigenen Tätigkeiten und das sofortige Reagieren, wenn andere etwas möchten.

Wie merke ich, das ich ein Burnout habe

Burnout ist ein Zustand geistiger oder emotionaler Not. Er betrifft nicht nur die Mutter, sondern ihre ganze Familie. Diese Menschen fühlen sich ausgelaugt, leer und nutzlos.

1. Du bist erschöpft, extrem müde, aber kannst nicht schlafen

Unterschätze nicht, wie anstrengend es ist, an alle zu denken und alle Termine im Kopf zu behalten. Geistige Arbeit löst körperliche Erschöpfung aus. Vor allem, wenn die To-Do-Liste nie kürzer wird.

2. Du fühlst dich körperlich unwohl

Typische Symptome sind zum Beispiel

  • Magenschmerzen
  • Rückenschmerzen
  • Migräne
  • häufigere Erkältungen
  • Muskelverspannungen
  • Schlafstörungen
  • Atembeschwerden
  • Engegefühl in der Brust
  • Schwindel
  • Magen- und Darmbeschwerden
  • Kopfschmerzen

3. Du bist ängstlicher als sonst

Eigentlich bist du kein ängstlicher Typ, aber in letzter Zeit häufen sich Symptome wie Herzrasen und sogar Panikattacken? Achtung, dann bist du auf dem Highway zum Burnout. Und es wird höchste Zeit, entspannende Maßnahmen wie Massagen, Yoga und Meditation fest in deinen Alltag einzubauen.

4. Du bist unzufrieden bei der Arbeit, egal wie sehr du dich bemühst

Du hasst den täglichen Trott. Die Arbeit fühlt sich nicht mehr sinnvoll an. "Schaffe ich das alles? Mache ich es richtig? Was wird aus meinem Kind?"

Wenn der Stress und der Druck zu viel wird, fühlst du kaum noch Freude an deiner Arbeit zu.

5. Du bist traurig und apathisch

Träumst du noch oder hat sie der Alltag verschlungen? Wenn du deine Träume aufgegeben hast, weil "es sowieso nie klappen wird", dann ist es an der Zeit, die Dinge zu ändern. Wenn du etwas unternimmst und dir etwas zutraust, was dich glücklich macht, verbessert sich deine Stimmung leichter. Deine Stimmung ist schlechter als üblich bei Stimmungsschwankungen und hält auch länger an?

6. Du wirst schnell wütend

Fast jede Frau hat mal einen Wutausbruch oder lässt sich unter Druck zu einer Überreaktion hinreißen. Wenn dein täglicher Umgangston jedoch immer aggressiver wird, ist es höchste Zeit, die Notbremse zu ziehen. Denke daran: Wer psychisch angespannt ist, verkrampft auch körperlich. Ohne ein Ventil dafür zu finden, stauen sich die Emotionen – und entladen sich nicht selten in verbaler Aggression.


Welche Hilfe gibt es bei Burnout?

Was kannst du tun, wenn du einige der Symptome bei dir erkennst? Hab keine Scham und hole dir Hilfe. Burnout ist ein Warnsignal, dass du langsamer werden und durchatmen musst. Burnout kann verhindert, aber nicht geheilt werden

1) Verleugne deinen gesundheitlichen Zustand nicht. Vertrau auf die Intelligenz deines Körpers.

2) Sprich mit deinem Partner, deiner Freundin oder deinem Freund darüber, wie es dir wirklich geht. Gerade für uns Frauen ist das Reden so wichtig.

3) Finde die Ursache für den Stress heraus. Was setzt dir am meisten zu? Was kann man daran ändern? Wer kann dich unterstützen?

4) Setze Prioritäten. Wenn es zu viel zu tun gibt, schränke ein paar Dinge ein. Was sind die wichtigsten Dinge, die du tun musst?

5) Nimm dir Zeit für das, was dich wirklich glücklich macht. Weißt du, was das ist?

6) Entspanne dich, auch wenn es nur fünf Minuten pro Tag sind. Meditation, Yoga, Sport oder ein Stadtbummel sind Möglichkeiten der Entspannung, die den Menschen wirklich helfen können.

Verschiedne Behandlungsansätze gelten als erfolgversprechend in der Behandlung des Burnout-Syndroms, dazu zählen:

  • Entspannungsmethoden wie autogenes Training oder Meditation
  • ein gesunder Lebensstil mit gesunder Ernährung und viel Bewegung
  • Coaching oder Psychotherapie


Ein wichtiger Faktor ist die Überprüfung deiner Glaubenssätze. Bist du überfordert, weil du denkst, du müsstest alles selbst machen? Wenn du aufhörst, zu viel von dir zu erwarten, kannst du ein Burnout vermeiden. Welche Sätze hast du aus der Kindheit mitgenommen? Du bist nur gut, wenn du alles schaffst und fehlerfrei erledigst? Mütter sind immer glücklich? Man darf nicht meckern?

Bereits bei leichten Symptome, ist es wichtig, schnell zu handeln. Wird Burnout nicht behandelt, kann dies das Leben der Betroffenen immens beeinflussen.

Die Gefahr ist zu groß, dass du tiefer in eine Depression rutscht. Auch dein Immunsystem leidet: Menschen mit Burnout sind häufiger krank, weil sie anfälliger für Infekte sind. Ignorierst du die Symptome, werden sie sich nicht in Luft auflösen. Es wird immer schlimmer.

Wenn du schwerwiegende oder schlimmere Symptome hast, wird professionelle Hilfe empfohlen.


Wie kann man einem Burnout-Syndrom vorbeugen?

Damit man gar nicht erst am Burn-out-Syndrom erkrankt, sollte man auf sich und seine persönlichen Bedürfnisse achten. Auch in stressigen Situationen sollte man sich kleine Pausen gönnen. Um Burnout vorzubeugen, darfst du dich nicht vernachlässigen.

1) Erkenne, was für dich wesentlich ist! In welchen Bereichen fühlst du dich glücklich? In welchen frustriert, gelangweilt oder gestresst? Was macht dich glücklich, zufrieden oder erfüllt dich im Leben? Denke daran, dass die Vorbeugung von Burnout leichter ist als seine Behandlung.

2) Erstelle eine Liste der Dinge, die dir am wichtigsten sind, und setze Prioritäten. Du kannst nicht in allem und überall ein Experte sein. Und das musst du zum Glück auch nicht. Lerne "Nein" zu sagen und für die Dinge zu kämpfen, die wirklich wichtig für dich sind.

3) Finde heraus, was wirklich wichtige Aufgaben sind! Um Stress zu vermeiden, mach dir eine Liste mit deinem Tagesablauf und der Reihenfolge, in der du die einzelnen Aufgaben erledigen solltest. Musst du wirklich alles erledigen, was bis jetzt auf deinem täglichen Arbeitsplan steht? Eine gute Mutter ist nicht die, die nur an andere denkt.

4) Nimm dir etwas Zeit für dich! Verhindere Stress zu Hause, indem du genau das tust, was dir Spaß macht, damit du deine Batterien wieder aufladen kannst.

5) Mach dir bewusst, das Krisen zum Leben gehören. Zeige deinen Kindern, wie wichtig es ist, sich da rauszukämpfen. Auch sie werden später mit Krisen zu tun haben und schwere Zeiten erleben. Wenn sie bei dir sehen, dass es nach einer schweren Zeit auch wieder leichter wird, gibst du ihnen Mut und Zuversicht.

Tags:
Petra Baron

Ohne den festen Willen, dass es meinen Kindern mal besser gehen soll und dass sie glücklich werden, hätte ich nicht so viel gelernt. Erst jetzt verstehe ich, dass meine Eltern mir vielleicht gerne gezeigt hätten, wie ich glücklich werde, es aber selber nicht wussten. Und das sollte sich nicht wiederholen.

Was ist ein Burnout-Syndrom? Und gibt es das auch bei Müttern?Was ist ein Burnout-Syndrom? Und gibt es das auch bei Müttern?Was ist ein Burnout-Syndrom? Und gibt es das auch bei Müttern?Was ist ein Burnout-Syndrom? Und gibt es das auch bei Müttern?Was ist ein Burnout-Syndrom? Und gibt es das auch bei Müttern?

Wöchentlicher Newsletter

Thank you! Your submission has been received!
Oops! Something went wrong while submitting the form.