Wie prägst du das Selbstbild deines Kindes? Die wichtigsten Tipps!

Wie prägst du das Selbstbild deines Kindes? Die wichtigsten Tipps!

Du möchtest, dass dein Kind

• eigene Bedürfnisse und Wünsche äußern und umsetzen kann?

• sich schützen und Grenzen setzen kann, um nicht verletzt zu werden?

• sein volles Potenzial erkennen und nutzen kann?

• fit für die Zukunft wird?

Ich beantworte dir die Fragen dazu und gebe konkrete Tipps. Du erfährst, wie unser Selbstbild und unser Selbstwert entsteht und was dein Kind braucht, um beides positiv zu entwickeln.

Warum ist ein hoher Selbstwert so wichtig?

Unser Selbstwert beeinflusst entscheidend unsere psychische Gesundheit. Die US-amerikanische Psycho- und Familientherapeutin Virginia Satir erklärt dies mit einem echt tollen Vergleich. Der macht schnell deutlich, wie entscheidend das für unser Leben ist.

Stell dir das Selbstwertgefühl wie einen gefüllten Suppentopf vor. Wenn der Topf gefüllt ist, ist es nicht so schlimm, wenn man mal dagegen stößt und etwas raus schwappt. Er kann auch nicht so leicht umfallen.

Befindet sich aber nur wenig Suppe in diesem Topf, kann schon die kleinste Menge, die heraus schwappt, entscheidend sein. Wenn der Topf jetzt angestoßen wird oder umfällt, läuft die restliche Suppe auch noch heraus.

Oder, um es wieder auf unser Leben zu übertragen: Mit einem gut gefüllten Topf wirft uns nicht alles so schnell aus der Bahn.

Der Grundstock für ein positives Selbstwertgefühl

In den folgenden Abschnitten erkläre ich, was für Erfahrungen ein Kind braucht, um ein positives Selbstbild zu erreichen. Dann wird es noch deutlicher: Das Selbstbild gestaltet sich ab dem ersten Tag.

In den ersten fünf Jahren wird der Grundstock gelegt. Unserer Kinder erkennen über uns, wie die Welt (für uns) funktioniert und lernen sehr viel über sich selbst.

Das bedeutet nicht, dass das Selbstbild und damit einhergehend das Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl sich danach nicht mehr verändern kann. Negative oder traumatische Erfahrungen können es zerstören. Positive Erfahrungen können es neu wieder aufbauen.

Zum Glück, sonst wären alle Coaches und Therapeuten auf Schlag arbeitslos. Aber fangen wir jetzt mal „ganz oben“ an, mit einer für dich vielleicht überraschenden Stelle.

Was hat unser Gehirn mit unserem Selbstwert zu tun?

Unser Gehirn arbeitet wie ein großer Computer. Es verarbeitet Sinneseindrücke und Informationen des Körpers und schickt Botschaften in alle Bereiche des Körpers zurück. Doch das Gehirn kann weit mehr: Mit dem Gehirn denkt und fühlt der Mensch, hier liegen die Wurzeln seiner Intelligenz.

Es kommen unterschiedliche Sinneseindrücke an: Bilder über das Auge, Geräusche, Gerüche, Geschmack und sensorische Reize über die Haut. Diese Reize werden sofort von unserem Gehirn bewertet: Das kenne ich, das war gut = positiv. Das kenne ich auch, das hat mir gar nicht gefallen = negativ.

Das lässt sich auch nicht abschalten, wir können nur lernen, achtsam damit umzugehen. „Mag ich die Person nicht, weil sie mich an meinen schrecklichen Mathelehrer erinnert?“ Je mehr wir darauf achten und uns diesen Vorgang bewusst machen, umso weniger tappen wir in Vorurteilsfallen.

Was hat das Ganze jetzt mit dem Selbstbild deines Kindes zu tun?

Das Gehirn arbeitet vom Bild hin zur Bewertung. Und genauso funktioniert das mit dem Selbstbild und dem Selbstwert. Wir machen uns über uns selbst ein Bild und bewerten das. „Ich bin „nur“ 1,65 cm groß.“ Das ist eine Bewertung (nur!). Ich bin größer, kleiner, dicker, dünner, geschickter, ungeschickter, fleißiger, fauler, intelligenter, dümmer … alles Bewertungen. Und je öfter diese Bewertungen negativ ausfallen, umso weniger wertschätzen wir uns, umso geringer ist unser Selbstwertgefühl.

Das Selbstbild unseres Kindes wird ab dem ersten Tag geprägt. Aber kein Säugling kommt auf die Welt und denkt: „Ich wiege 3700 Gramm und bin 52 cm groß. Das finde ich jetzt gut oder schlecht.“ Niemals.

Das Neugeborene entwickelt sein Selbstbild durch das, was es von außen erfährt. Und das sind die Reaktionen der Personen aus dem Umfeld. Es merkt, ob es sicher gehalten und getröstet wird, ob jemand kommt, wenn es schreit und kann sehr wohl wahrnehmen, in welcher Stimmung wir mit ihm oder ihr reden.

Was reden denn die anderen über mich?

Das Sprachverständnis entwickelt sich sehr viel früher als die Sprachproduktion, also das eigentliche Sprechen. Mit Sprachverständnis bzw. Sprachverstehen meine ich die Fähigkeit, Sinn und Bedeutung von auditiven Äußerungen und Lauten zu erfassen. Schon Babys besitzen ein Sprachverständnis, indem sie Wörter mit Gegenständen oder Handlungen in Zusammenhang bringen. Sie verstehen also schon lange bevor sie selber sprechen können. Und auch wenn sie die Inhalte nicht exakt verstehen, können sie schon sehr früh die Stimmung und das Gefühl des Gesagten aufnehmen.

Und die Art, wie wir über unser Kind reden, gibt vor, wie es sich selber wahrnehmen wird. Und auch kleine Kinder, die auf dem Boden spielen, bekommen sehr wohl mit, wenn wir über sie reden. „Hat da gerade jemand meinen Namen gesagt?“

Was machen wir mit unserem Selbstbild

Aus dem Selbstbild entsteht der Selbstwert. "Wer bin ich?" "Welches Verhalten zeige ich bzw. wie reagieren die anderen darauf?" "Was schaffe ich?" "Was kann ich schon?"

Die Antworten darauf bestimmen die Selbstachtung. "Finde ich das gut?" "Habe ich bei mir selber einen guten oder schlechten Ruf?"

Daraus wiederum entwickelt sich das Selbstvertrauen. „Ich finde mich gut.“ „Ich kann das schaffen.“ „Ich habe den Mut, eine Aufgabe anzugehen.“ „Ich finde mich nicht gut und ich kann das nicht.“ „Ich habe keinen Mut, etwas Neues auszuprobieren.“

Das Selbstbewusstsein gibt an, ob ich mich selber spüre. „Welche Stärken und Schwächen habe ich?“ „Wie zeige ich das nach außen?“

Bei dem Selbstbewusstsein geht es nicht darum, der Meinung zu sein, alles zu können oder zu wissen. Es geht darum, zu wissen, was man kann und was eben nicht. Zu wissen, was ich alleine schaffen kann und wann ich mir Hilfe holen sollte. Und am Ende sollte man diese Einschätzung mögen. Denn wir alle haben diese Seiten in uns.

Was braucht ein Kind, um ein positives Selbstbild zu erreichen?

Es gibt 5 wichtige Erfahrungsbereiche, die unser Selbstbild prägen. Jeden Bereich möchte ich dir kurz vorstellen und mit Beispielen erklären.

1. Ich werde geliebt - Existenzberechtigung

Jenseits davon, ob dein Kind etwas leistet oder nicht, muss es immer, wirklich immer spüren, dass es geliebt wird. Vielleicht liebst du nicht alle Verhaltensweisen, aber dein Kind liebst du bestimmt. Und so klar, wie dir das ist, so wenig selbstverständlich ist es für Kinder. Es muss erst du viele positive Erfahrungen, die Überzeugung in das eigene Selbstbild aufnehmen: „Ich bin liebenswert.“ Dies gelingt, wenn du Person und Verhalten trennst. „Das Verhalten ist nicht in Ordnung, das möchte ich nicht. Aber du bleibst mein Schatz.“

Ein anderes Beispiel: Wann brauchst du ganz besonders Nähe? Vielleicht wenn du Streit mit deinem Partner hattest? Dann fühlst du dich schlecht und wenn erste Wut verraucht ist, bist du doch für ein Zeichen der Liebe sehr dankbar.

2. Ich kann etwas - Erfahrung der Kompetenz

Jeder Mensch möchte spüren, dass er etwas kann und in bestimmten Bereich gut ist. Auch dein Kind muss das spüren. Deshalb ist es notwendig, dass dein Kind Erfolgserlebnisse hat und sich selber ausprobieren kann. Dafür braucht es seine sicherere Umgebung, die es ermöglicht, die Umwelt zu erforschen. Altersentsprechende Spielsachen etwa regen zum Ausprobieren an. Wichtig ist, dass das Kind selbst probieren darf. Es muss eigene Erfahrungen sammeln, du hilfst nicht, wenn du ihn oder ihr alles abnimmst.

3. Realismus – Ich habe Stärken und Schwächen

Vielen von uns fällt es schwer, vermeintliche Schwächen in das Selbstbild zu integrieren. Aber erst wenn wir erkennen, dass beides zu uns gehört, Stärken und Schwächen und dass es so richtig und gut ist, können wir uns akzeptieren.

Für unser Kind ist es wichtig, dass wir die Schwächen oder Fehler unseres Kindes nicht überbewerten. Es ist gerade in stressigen Situationen schwierig, das Positive nicht aus den Augen zu verlieren. Die negativen Aspekte triggern uns und lösen negative Gefühle aus. Damit treten sie in den Vordergrund und wir „vergessen“ leicht das Positive. Es rückt in den Hintergrund und es entsteht ein Bild, das deinem Kind nicht gerecht wird.

4. Erfahrung von verbunden und getrennt sein

In eurer Familie gibt es eine gemeinsame Identität „Wir sind die Müllers.“, gleichzeitig hat jede Person ihre eigene Identität „Ich bin Marina.“ „Ich bin Paul.“

Je älter dein Kind wird, umso mehr gemeinsame Identitäten gibt es, mit Freunden, im Kindergarten, in der Schule usw.

Es ist wichtig, dass du deinem Kind die Möglichkeit gibst, in jedem Bereich Erfahrungen zu sammeln. Mal etwas gemeinsam als Familie, bei einem Ausflug und auch als Einzelperson am Geburtstag.

5. Werte und ethische Grundsätze erfahren

Werte sind also Eckpfeiler eines gelingenden Zusammenlebens. Sie sind Wegweiser, Antrieb und prägen die Identität eines Menschen. Werte und ethische Grundsätze geben Orientierung für das eigene Handeln, beeinflussen die Lebensführung und den Umgang miteinander. Hier bist du Vorbild, indem was du vorlebst, weniger mit dem, was du sagst.

Zum Schluss noch eine Anmerkung

Du hast diesen Beitrag nun bis zum Ende gelesen, wahrscheinlich weil du deinen Kindern ein positives Selbstbild und ein starkes Selbstvertrauen wünschst. Herzlichen Glückwunsch! Einmal an dich, da du bis hierhin gelesen hast und einmal an dein Kind, da es eine so engagierte Mutter hat.

Aber was heißt es für dich, wenn deine Kinder stark sind und Selbstvertrauen haben? Es bedeutet, dass sich euer Umgang untereinander verändert. Nicht nur, weil du dich veränderst. Und hier sei ganz deutlich gesagt, dass du dafür nicht perfekt sein musst. Deine Kinder brauchen keine Erziehungsroboter, sondern eine Mutter, die menschlich ist, mal Fehler macht, ohne sich zu verurteilen, sich dann auch entschuldigt und ihren Kindern immer wieder deutlich zeigt, wie sehr sie sie liebt.

Aber auch deine Kinder werden sich verändern. Wenn sie ihre Meinung sagen sollen, werden sie das tun. Und das kann dann auch bedeutet bzw. es wird auf jeden Fall so kommen, dass sie anderer Meinung sind als du. Und das sagen. Und das ist gut so. Es bedeutet nicht, dass sie jetzt der Chef im Haus sind und bestimmen, wo es langgeht.

Es bedeutet, dass sie ihre Meinung, ihre Gefühle und Gedanken äußern dürfen und du sie ernst nimmst. Und es ist ganz klar, dass ein Kind keine Lust hat aufzuräumen, und dies auch mal deutlich sagt. Solange es dies angemessen sagt, also altersentsprechend, ist das auch OK. Aufräumen muss es trotzdem.

Du merkst schon, es macht den Alltag und die Erziehung nicht unbedingt leichter. Aber wenn du verstehst, dass genau solche Dinge dazu gehören und ein Zeichen dafür sind, dass du es richtig und gut machst, regt es dich weniger auf. Und je älter die Kinder merken, umso mehr stellst du fest, welch einen riesigen Gefallen du ihnen getan hast.

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Tags:
Petra Baron

Ohne den festen Willen, dass es meinen Kindern mal besser gehen soll und dass sie glücklich werden, hätte ich nicht so viel gelernt. Erst jetzt verstehe ich, dass meine Eltern mir vielleicht gerne gezeigt hätten, wie ich glücklich werde, es aber selber nicht wussten. Und das sollte sich nicht wiederholen.

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