Wie unsere Träume verschwinden

Wie unsere Träume verschwinden

 

Astronautin, Prinzessin, Schauspielerin, Model, reich, berühmt, erfolgreich … Was wollten wir nicht alles werden, als wir klein waren. So viele Träume hatten wir, doch was ist daraus geworden?

Als Teenager wollte ich Micheal Douglas heiraten. Ich hatte ihn in der Serie „Die Straßen von San Francisco“ gesehen. Eine Serie, die Anfang der 70er-Jahre gedreht und ständig wiederholt wurde. Damals sah Micheal so gut aus. Mit meinem Kassettenrekorder hatte ich mir die Titelmusik aufgenommen und davon geträumt, ich würde ihn persönlich kennenlernen. Meine Mutter hatte sich darüber amüsiert und meinte: „Du sprichst kein Englisch und bist viel zu jung. Das kann nicht funktionieren.“ Sie fand das Ganze so lustig,dass ich nie wieder etwas dazu sagte. Ich konnte ihr meine Träume nicht anvertrauen.


Welche Träume hattest du? Was hast du dir als Jugendliche ersehnt? Wie wolltest du leben? Wie wolltest du werden? Was wolltest du später mal sein? Und was davon konntest du bereits umsetzen und erleben?

Unterscheidet sich dein Alltag sehr von den damaligen Vorstellungen? Was ist passiert? Kam einfach das Leben dazwischen? Morgens geht es mit Stress los. Ein Termin jagt den nächsten und du kommst kaum zum Nachdenken, geschweige denn zum Träumen? Oder hast du das Träumen aufgegeben? Vergessen? Vielleicht gab es auch etwas in deinem Leben, was dich zweifeln lässt?

Bist du glücklich?

Bist du glücklich mit dem, wie du heute lebst und was du heute tust? Ich bin mir sicher, du liebst deine Familie, bist stolz auf deine Kinder und hast vielleicht einen Job, in dem du gut verdienst. Aber das war nicht meine Frage. Bist du wirklich glücklich?

 

Gerade wir Mütter möchten es bestmöglich machen, allen Ansprüchen genügen und niemanden enttäuschen. Die vielen Ansprüche – nicht nur die von außen, sondern auch deine eigenen – machen dir das Leben schwer. So wirbeln wir den ganzen Tag und verlieren dabei unsere Träume aus den Augen. Sie rücken immer weiter weg und werden immer kleiner.

„Übertreib doch nicht.“, „Träume sind eh Schäume.“, „Was für ein Blödsinn.“, oder das oft gehörte „Jetzt bist du größenwahnsinnig.“, sind Aussagen, die viele von uns als Antwort auf unsere Träume bekommen. Hast du das auch gehört? Und hast du das auch geglaubt?

So einer will doch nichts von dir.

Als ich vor der Ausbildung zur Krankenschwester ein Praktikum im Krankenhaus machte, habe ich dort einen netten Studenten  kennengelernt. Was hat meine Mutter dazu gesagt? „So jemand will doch nichts von dir. Das ist keiner für dich. Solche Leute wollen doch immer nur das eine.“ Dabei hat sie den Mann nie kennengelernt. Allein die Tatsache, der ermal Arzt würde, reichte ihr, um ihn abzulehnen.

Wie kam sie zu ihrer Meinung? Es waren ihre Glaubenssätze, ihre Annahmen, die sie an mich weitergab. Und ich habe das oft genug geglaubt, um es irgendwann zu glauben. Das hat sich eingeschlichen, ohne das es mir selber bewusst wurde.

Und so ist das mit unseren Glaubenssätzen. Unabhängig davon,ob wir die Sätze gut fanden oder ob sie uns verletzten, wenn wir sie oft genug hören, glauben wir sie irgendwann. Und wer geht als Erwachsener schon hin und hinterfragt seine Glaubenssätze? Leider viel zu wenige. So hat sie mein Misstrauen Männern gegenüber geschürt. Erst als mir das bewusst wurde, konnte ich das ablegen. Deshalb ist es immer sinnvoll, Glaubenssätze auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen.

Man hat immer eine Wahl, oder?

Ich merkte im Laufe der Zeit, dass ich immer unzufriedener wurde. Der Wunsch, es sollte sich an meiner Situation etwas ändern, wurde immer größer. Ich wollte aber nicht alles über den Haufen werfen. Ich liebte meine Kinder und wollte, dass meine Familie glücklich wird. Genauso wollte ich glücklich sein, mich stark, selbstbewusst und schön fühlen. Ich hatte noch so viele Träumeund Wünsche, die ich mir erfüllen wollte.

Was sollte ich den ändern? Meinen Job? Der war gut bezahlt, das kann ich doch nicht einfach so aufgeben. Die restliche Zeit habe ich mich um meine Familie gekümmert, das sollte auch so bleiben. Ich wusste einfach nicht, wo ich anfangen könnte. Glücklichsein ist anscheinend nicht so einfach. Das Leben ist schließlich kein Ponyhof, haben sie gesagt. Alles schien festgefahren, ich hatte keine Wahl.

„Man hat immer eine Wahl.“, sagen das nicht nur Träumer? Was hinderte mich nun daran, glücklich zu sein? Anscheinend mein Leben, meine Verpflichtungen und mein Alltag.

War das wirklich so? Oder hatte ich nur Angst? Konnte ich mir ein anderes Leben vorstellen? Konnte ich mir überhaupt ein glückliches Leben bis zum Ende meiner Tage vorstellen? Oder würde doch wieder etwaspassieren, was mich unglücklich macht? Es ist ja schließlich kein Ponyhof.

Wenn du dir auch solche Fragen stellst, und überlegst, ob du das Glück verdient hast, dann behindern dich Glaubenssätze. Glaubenssätze sind unsere Einstellungen und Annahmen über uns, über die Welt und wie das Leben funktioniert. Die hast du in deiner Kindheit gehört und unbemerkt in dein jetziges Leben übernommen.

Was hindert dich daran, glücklich zu sein?

Aber heute ist der Tag, an dem du dich fragen solltest: Was hindert mich daran, glücklich zu sein?

Denn Glaubenssätze können verändert werden. Alles, was dich heute davon abhält, Träume zu verwirklichen, an dich zu glauben und dir zuvertrauen, muss weg.

Diese Sätze wurden uns damals oft gesagt, ohne darüber nachzudenken, ohne zu überlegen, was sie bewirken. Sie entstanden vieleicht aus einer schlechten Laune heraus, aus Überforderung oder Stress. Unser Umfeld hat vielleicht einfach nicht nachgedacht. Damit repräsentieren solche Sätze die Stimmung von früher und die Launen deiner Bezugspersonen. Und wenn du sie hinterfragst, wirst du feststellen, dass sie rein gar nichts mit dir zu tun haben. Überprüfe den Wahrheitsgehalt.

Wenn du das verstehst, hast du auf einmal viele Möglichkeiten neu zu denken. Du bist gut genug, brauchst dir Glück nicht verdienen und darfst groß träumen. Das musst du wissen. Frage dich, was hält dich davon ab, glücklich zu sein?

Lass deine Träume nicht verschwinden. Du hast dein Glück verdient.

Vielleicht habe ich dich jetzt zum Nachdenken gebracht.

Ich wünsche dir eine schöne Woche und freue mich, von dir zu lesen.

Alles Liebe für dich, deine Petra

Tags:
Petra Baron

Ohne den festen Willen, dass es meinen Kindern mal besser gehen soll und dass sie glücklich werden, hätte ich nicht so viel gelernt. Erst jetzt verstehe ich, dass meine Eltern mir vielleicht gerne gezeigt hätten, wie ich glücklich werde, es aber selber nicht wussten. Und das sollte sich nicht wiederholen.

Wie unsere Träume verschwindenWie unsere Träume verschwindenWie unsere Träume verschwindenWie unsere Träume verschwindenWie unsere Träume verschwinden

Wöchentlicher Newsletter

Thank you! Your submission has been received!
Oops! Something went wrong while submitting the form.