Woher weiß ich, dass ich auf einem guten Weg bin?

Diese Frage stellen sich alle Mütter.

Allein, dass du dich das fragst, zeigt schon, dass dein Weg nicht so schlecht sein kann. Aber das ist bestimmt nicht die Antwort, die du hören möchtest.

Fragst du 10 Leute, erhältst du 12 Meinungen. Das ist auch völlig normal und verständlich. Denn jeder betrachtet Erziehung aus der eigenen Perspektive, geprägt durch persönliche Erlebnisse und Erfahrungen. Es gibt so unterschiedliche Erziehungsziele, die unterschiedliche Wege und Möglichkeiten eröffnen.

Unterschiedliche Erziehungsziele bedingen unterschiedliche Antworten.

Frage dich, was du für dein Kind erreichen möchtest. Typische Erziehungsziele sind zum Beispiel Selbstvertrauen, Mut, Durchsetzungsfähigkeit, Selbstbewusstsein, Höflichkeit, Ehrlichkeit, Sparsamkeit, Selbstständigkeit oder Toleranz.

Mir erzählte eine Mutter, dass es ihr besonders wichtig sei, dass ihr Sohn sehr gute Noten bekommt. Schon vor der Einschulung konnte er 78 + 39 zusammen zählen. Dafür wurde viel Zeit aufgewandt und täglich geübt. Seine sozialen Kompetenzen und ob er mit den anderen Kindern gut auskommt, sei nach ihren Angaben nicht so entscheidend.

Das ist eine eher ungewöhnliche Aussage und macht deutlich, dass diese Mutter die Frage: „Mache ich es richtig?“, anders beantwortet, als eine Mutter, der die sozialen Fähigkeiten sehr wichtig ist.

Was ändert sich, wenn das zweite oder dritte Kind kommt?

Beim ersten Kind ist man häufig am unsichersten. Alles ist neu, ungewohnt und meist auch anders, als man sich das vorgestellt hatte. Häufig höre ich dann den Ratschlag: Du musst auf dein Gefühl hören. Aber genau dieses Gefühl ging verloren. Vielmehr ruft eine innere Stimme: „Pass auf, mach nichts falsch.“ Wenn du dieser Stimme, bzw. diesem Gefühl folgst, wird der Alltag immer schwerer und stressiger.

Und dann kommt noch das zweite Kind. Vieles ist gleich. „Gott sei Dank, das kenne ich noch.“ Aber vieles ist auch ganz anders. Denn jedes Kind ist anders, hat eine andere Persönlichkeit und andere Bedürfnisse. Und damit kann das, was beim ersten Kind super funktionierte, jetzt völlig unbrauchbar sein. „Wieso klappt das nicht mehr?“

Achtung Spoiler: Beim dritten Kind kann auch wieder alles anders sein. Es ist ein Wunder, dass Kinder so unterschiedliche Kinder bekommen.

Was sind schwersten Fehler in der Erziehung?

Wenn deine innere Stimme ruft: „Pass auf, das geht sonst übel aus.“, lass dich beruhigen. Es gibt nur wenige Fehler, die nicht wieder ausgebügelt werden können. Zu diesen Fehlern gehören körperliche und seelische Misshandlungen, Vernachlässigung und krasses Verwöhnen der Kinder.

Mütter, denen nie etwas schief geht und die anscheinend fehlerfrei sind, sind auch keine guten Vorbilder. Warum?

Wir Mütter sind Vorbilder für unsere Kinder. Und wie wir mit unseren Fehlern umgehen, prägt. Wenn wir uns unsere Fehler ständig vorwerfen, lernen sie, dass es schlimm ist, welche zu machen. So werden sie später mit den gleichen Zweifeln und Ängsten kämpfen. Wenn wir entspannter mit solchen Situationen umgehen, werden sie später mutiger und fühlen sich lange nicht so schlecht, wenn ihnen ein Fehler passiert.

Kinder brauchen keine Perfektionistin als Mutter.

Du musst nicht immer die perfekte Entscheidung treffen. Das wäre nicht gut für dein Kind. Du bist nur ein Mensch. Auch Mütter sind nur Menschen. Die machen Fehler. Zum Glück. Wie sollen deine Kinder sonst lernen, wie man mit Fehlern umgeht. So damit umgehen, dass sie einem nicht den Tag versauen und man daraus vielleicht noch etwas lernen kann.

Was ist der Maßstab für eine gelungene Erziehung?

Das ist einfach zu beantworten: Wenn es euch als Familie gut geht. Du zweifelst? Frag deinen Kinderarzt oder die Hebamme. Die können am besten beurteilen, ob sich dein Kind gut entwickelt und ob es gesund ist.

Natürlich kannst du dich auch mit Freundinnen austauschen oder deine Mutter fragen. Die haben vielleicht dieselben Fragen gehabt und bereits passende Antworten gefunden. Diese Antworten kannst du dann überprüfen, ob sie in deine Familie passen.

Achtung! Warnung! Lass dich von anderen Personen aber nicht verrückt machen. „Langsam müsste sie aber durchschlafen.“ „Ist dein Sohn immer so quengelig?“ Das sind keine Hilfen.

Damit ihr euch als Familie wohlfühlt, braucht ihr vielleicht ganz andere Lösungen als die Nachbarin, die Schwiegermutter früher oder die Supermutti aus der Krabbelgruppe.

Was braucht eine gute Erziehung?

Mut! Mut, den eigenen Weg zu gehen, auch wenn Familie und Freunde etwas anderes sagen.

Mut, auch mal zu scheitern, denn das wird passieren. Zum Glück ist das nicht so schlimm.

Mut, seine eigene Meinung zu vertreten.

Was ist nun das Resümee?

Bist du auf dem richtigen Weg? Stell die Frage doch um: Fühlt sich meine Familie wohl?

Du weißt, an wen du dich wenden kannst, wenn du zweifelst.

Du weißt jetzt, dass es in Erziehungsfragen unterschiedlichste Antworten gibt.

Und du hast gelernt, dass du Fehler machen darfst, sogar musst, damit sich deine Kinder gut entwickeln können.

Mein Tipp: Macht dir klar, welche Ziele du erreichen möchtest. Das hilft im Alltag sehr weiter.

Alles Liebe, Petra

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Petra Baron

Ohne den festen Willen, dass es meinen Kindern mal besser gehen soll und dass sie glücklich werden, hätte ich nicht so viel gelernt. Erst jetzt verstehe ich, dass meine Eltern mir vielleicht gerne gezeigt hätten, wie ich glücklich werde, es aber selber nicht wussten. Und das sollte sich nicht wiederholen.

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