Buch schreiben anfangen: So machst du aus einer Idee ein konkretes Projekt

Von Petra Baron

Vielleicht hast Du schon länger eine Buchidee.


Du hast Notizen gesammelt, Gedanken festgehalten, vielleicht sogar erste Kapitelüberschriften notiert.

Und trotzdem fängst Du nicht richtig an.


Das muss nicht daran liegen, dass Dir Disziplin oder Zeit fehlen.


Oft ist die Buchidee einfach noch nicht weit genug entschieden.


Du weißt ungefähr, worüber Du schreiben möchtest. Aber noch nicht genau, welches Problem Dein Buch bearbeiten soll, für wen Du es schreibst und welcher Teil Deines Wissens wirklich hineingehört.


Dann hilft es wenig, sich einfach vorzunehmen, endlich Kapitel 1 zu schreiben.


Der erste Schritt besteht darin, aus der Buchidee ein konkretes Buchprojekt zu machen.


Und genau darum geht es in diesem Beitrag.

Buch schreiben anfangen – Von der Idee zum klaren Projekt

1. Prüfe, ob Deine Buchidee schon konkret genug ist

Eine Buchidee ist noch kein Buchprojekt.


„Ich möchte über Führung schreiben“ ist eine Idee.


„Ich möchte zeigen, warum neue Führungskräfte oft an unklaren Rollen scheitern und wie sie dadurch sicherer in schwierigen Situationen werden“ ist schon deutlich konkreter.


Der Unterschied liegt nicht in der Formulierung.


Er liegt in den Entscheidungen dahinter.


Frag Dich deshalb:


Welches Problem soll mein Buch bearbeiten?

Für wen ist dieses Problem gerade relevant?

Was soll mein Leser nach dem Buch besser verstehen oder anders einordnen können?


Wenn Du darauf nur sehr allgemeine Antworten hast, ist das kein Zeichen dafür, dass Deine Buchidee schlecht ist.


Es bedeutet lediglich:


Sie braucht noch Entscheidungen.


Und genau die solltest Du treffen, bevor Du versuchst, daraus Kapitel zu machen.


2. Bestimme, wo Dein Leser steht

Wenn Deine Buchidee konkreter wird, kommt die nächste Entscheidung:


Für wen schreibst Du und an welchem Punkt steht dieser Mensch gerade?


Eine Zielgruppe wie „Führungskräfte“, „Selbstständige“ oder „Eltern“ reicht dafür nicht aus.

Zwei Menschen können zur gleichen Zielgruppe gehören und trotzdem ganz unterschiedliche Fragen haben.


Der eine erkennt sein Problem bereits genau und sucht nach einer Lösung.


Der andere merkt nur, dass etwas nicht funktioniert, kann aber noch nicht benennen, woran es liegt.

Deshalb ist der Leserstandort so wichtig.


Frag Dich:


Was weiß mein Leser bereits?

Was hat er vielleicht schon ausprobiert?

Was versteht er noch nicht?

Welche Frage beschäftigt ihn gerade am meisten?


Je genauer Du diesen Punkt kennst, desto leichter kannst Du entscheiden, wo Dein Buch anfangen muss.

Denn Du schreibst nicht einfach für eine Zielgruppe.


Du schreibst für einen Menschen, der an einem bestimmten Punkt steht und von dort aus weiterkommen will.


3. Entscheide, welchen Teil Deines Wissens dieses Buch braucht

Wenn Du weißt, welches Problem Du bearbeiten willst und wo Dein Leser steht, kannst Du den nächsten Schritt gehen:


Welche Inhalte gehören wirklich in dieses Buch?


Gerade hier wird es für viele Expertinnen und Experten schwierig.


Denn zu einem Thema fällt Dir meistens nicht zu wenig ein, sondern zu viel.


Noch ein Aspekt.

Noch ein Modell.

Noch eine Erfahrung.

Noch ein Kapitel, das eigentlich auch wichtig wäre.


Deshalb würde ich nicht fragen:


„Was könnte ich alles in dieses Buch packen?“


Sondern:


„Was braucht mein Leser, um genau dieses Problem besser zu verstehen und weiterzukommen?“


Diese Frage hilft Dir, Dein Thema zu begrenzen.


Denn nicht alles, was fachlich relevant ist, gehört automatisch hinein.


Nicht jede gute Geschichte braucht einen Platz.

Nicht jede Methode muss erklärt werden.

Und nicht jeder Gedanke, auf den Du stolz bist, hilft Deinem Leser an dieser Stelle.


Kompetenz zeigt sich in der Auswahl.


Wenn Du diesen Schritt ernst nimmst, wird aus einer großen Buchidee langsam ein überschaubares Projekt.


4. Entwickle die Struktur aus dem Weg Deines Lesers

Wenn Du weißt, welches Problem Dein Buch bearbeitet, wo Dein Leser steht und welche Inhalte wirklich hineingehören, kannst Du die Struktur entwickeln.


Ich würde dabei nicht einfach Hauptthemen sammeln und daraus Kapitel bauen.


Frag Dich stattdessen:


Was muss mein Leser zuerst verstehen, damit der nächste Gedanke für ihn Sinn ergibt?


Und was muss danach kommen?


Ein Buch ist kein Archiv, in dem Du Dein Wissen möglichst vollständig ablegst.


Es ist ein Weg.


Dein Leser startet an einem bestimmten Punkt. Von dort aus führst Du ihn Schritt für Schritt durch das Thema.


Das kann bedeuten, dass etwas, das für Dich selbstverständlich ist, sehr früh erklärt werden muss.


Oder dass ein spannendes Thema erst später kommt, weil dem Leser vorher noch etwas fehlt.


Erst wenn diese Reihenfolge klar ist, würde ich daraus Kapitel und Unterkapitel entwickeln.


So entsteht die Gliederung nicht aus einer Liste von Themen.


Sie entsteht aus der Frage:

Was braucht mein Leser wann?


5. Fang nicht einfach irgendwo an zu schreiben

Wenn die Struktur steht, beginnt die eigentliche Schreibarbeit.


Und genau hier würde ich nicht empfehlen, einfach mit dem Kapitel zu starten, auf das Du gerade am meisten Lust hast.


Das kann kurzfristig motivieren, aber es birgt ein Risiko:


Du produzierst Text, bevor klar ist, wie gut dieser Abschnitt in den Gesamtweg des Buches passt.


Besser ist es, Dich an der Reihenfolge zu orientieren, die Du vorher entwickelt hast.


Du musst dabei nicht zwingend mit der Einleitung beginnen.


Aber Du solltest wissen, welche Funktion der Abschnitt hat, den Du gerade schreibst.


Frag Dich:


Was soll mein Leser nach diesem Abschnitt verstanden haben?

Worauf bereitet dieser Gedanke vor?

Was muss davor schon klar sein?


So bleibt jeder Textteil mit dem Buchkonzept verbunden.


Du schreibst dann nicht einfach einzelne gute Kapitel.


Du entwickelst ein Buch, bei dem ein Gedanke auf den nächsten vorbereitet.


6. Schaffe einen Schreibprozess, der zu Deinem Alltag passt

Auch mit einem guten Buchkonzept schreibt sich ein Buch nicht von allein.


Du brauchst Zeit, in der Du wirklich daran arbeitest.


Dabei halte ich wenig von Schreibplänen, die auf dem Papier beeindruckend aussehen und nach zwei Wochen nicht mehr funktionieren.


Entscheidend ist, dass Dein Rhythmus zu Deinem Alltag passt.


Frag Dich deshalb:


Wann kann ich regelmäßig konzentriert an meinem Buch arbeiten?

Wie viel Zeit ist realistisch, ohne dass jedes Schreibfenster unter Druck gerät?

Welche Aufgaben gehören in diese Zeit: Schreiben, Überarbeiten oder Recherchieren?


Es kann helfen, feste Termine für Dein Buchprojekt einzuplanen und vorher festzulegen, woran Du in dieser Zeit arbeiten willst.


So musst Du nicht jedes Mal neu entscheiden, wo Du weitermachst.


Und wenn Du merkst, dass Du immer wieder an derselben Stelle hängenbleibst, lohnt sich ein genauer Blick.

Vielleicht fehlt Dir nicht die Disziplin.


Vielleicht ist an dieser Stelle im Buch noch eine Entscheidung offen.


Ein guter Schreibprozess besteht deshalb nicht nur aus Verbindlichkeit.


Er sorgt auch dafür, dass Du erkennst, wann Du schreiben solltest und wann Du noch einmal zurück ins Denken musst.


Fazit: Aus einer Buchidee wird ein Buchprojekt

Mit einer Buchidee anzufangen bedeutet nicht, möglichst schnell den ersten Satz zu schreiben.

Der eigentliche Anfang liegt früher.


Du musst klären, welches Problem Dein Buch bearbeiten soll, wo Dein Leser steht, welcher Teil Deines Wissens wirklich hineingehört und in welcher Reihenfolge Du ihn durch das Thema führen willst.


Erst dann wird aus einer Idee ein konkretes Projekt.


Und erst dann lohnt es sich, einen Schreibprozess aufzusetzen, der Dich wirklich voranbringt.

Du brauchst dafür keine perfekte Ausgangslage.


Aber Du brauchst Entscheidungen.


Denn genau sie sorgen dafür, dass Du nicht einfach anfängst zu schreiben, sondern weißt, welches Buch Du gerade entwickelst.


Du hast schon eine Buchidee?


Dann ist der BuchCheck ein guter nächster Schritt.


Wir schauen gemeinsam darauf, was schon klar ist, wo noch Entscheidungen fehlen und ob Deine Idee bereits tragfähig genug ist, um daraus ein Buchkonzept zu entwickeln.


→ Zum BuchCheck


FAQ: Häufige Fragen zum Buchanfang

Wie fange ich am besten an, ein Buch zu schreiben?


Nicht mit dem ersten Satz.


Kläre zuerst, welches Problem Dein Buch bearbeiten soll, für wen Du schreibst und welcher Teil Deines Wissens wirklich hineingehört.


Wenn diese Entscheidungen stehen, wird der eigentliche Schreibstart deutlich leichter.


Muss ich vor dem Schreiben schon eine Gliederung haben?


Du brauchst eine Struktur, aber nicht unbedingt sofort ein fertiges Inhaltsverzeichnis.


Wichtiger ist zuerst die Reihenfolge der Gedanken:


Was muss Dein Leser zuerst verstehen?

Was baut darauf auf?

Was braucht er später?


Aus dieser Reihenfolge kannst Du anschließend Kapitel und Unterkapitel entwickeln.


Was mache ich, wenn ich zu viele Buchideen habe?


Dann solltest Du nicht noch mehr sammeln.


Prüfe stattdessen, welches konkrete Problem Du mit diesem Buch bearbeiten willst und welcher Leser für Dich im Mittelpunkt steht.


Das hilft Dir, Ideen auszusortieren, die interessant sind, aber nicht in genau dieses Buch gehören.


Muss ich mit Kapitel 1 beginnen?


Nein.


Du musst nicht zwingend mit der Einleitung oder dem ersten Kapitel starten.


Aber Du solltest wissen, welche Funktion der Abschnitt hat, den Du gerade schreibst, und wie er in die Gesamtstruktur passt.


Was, wenn ich immer wieder beim Schreiben hängenbleibe?


Dann fehlt nicht automatisch Motivation oder Disziplin.


Manchmal ist einfach noch eine Entscheidung offen.


Vielleicht ist das Problem des Buches noch zu weit gefasst, der Leserstandort nicht klar genug oder ein Kapitel hat noch keine eindeutige Aufgabe.


Bevor Du Dich zum Weiterschreiben zwingst, lohnt es sich deshalb, genau dort noch einmal hinzuschauen.


Wann ist eine Buchidee konkret genug?


Dann, wenn Du nicht nur sagen kannst, worüber Du schreiben möchtest.


Du solltest auch benennen können, welches Problem Dein Buch bearbeitet, für wen es gedacht ist und welchen Teil Deines Wissens dieser Leser dafür braucht.


Ab diesem Punkt wird aus einer Idee langsam ein planbares Buchprojekt.


Petra Baron