Wenn Du einen Ghostwriter für Dein Buch suchst, stehst Du vor einem ungewöhnlichen Problem:
Du kaufst eine Leistung, deren Qualität Du vor Beginn nur begrenzt beurteilen kannst.
Ein professionell formulierter Internetauftritt sagt noch wenig darüber aus, wie gut jemand Dein Wissen erfasst, wie sorgfältig er arbeitet oder ob am Ende tatsächlich ein Buch entsteht, in dem Du Dich wiedererkennst.
Und auch der Preis allein hilft Dir nicht weiter. Ein hoher Preis garantiert kein gutes Ghostwriting. Ein niedriger Preis beweist nicht automatisch das Gegenteil. Du brauchst andere Kriterien.

Ein seriöser Ghostwriter erklärt Dir, wie Dein Buch entsteht
Eine der ersten Fragen, die ich stellen würde, lautet:
Wie genau arbeiten Sie?
Darauf sollte mehr kommen als: „Wir führen ein paar Gespräche und anschließend schreibe ich Ihr Buch.“
Bei einem Expertenbuch müssen sehr unterschiedliche Aufgaben gelöst werden. Zum Beispiel:
- Was soll dieses Buch vermitteln?
- Für welchen Leser entsteht es?
- Welches Wissen gehört hinein?
- Welches Material ist bereits vorhanden?
- Welche Interviews werden benötigt?
- Wer entwickelt die Buchstruktur?
- Wie entsteht daraus das Manuskript?
- Wann bekommst Du erste Texte zu sehen?
- Wie laufen Feedback und Überarbeitung?
Ein seriöser Ghostwriter muss nicht jedes Projekt nach demselben Schema durchführen.
Aber er sollte Dir erklären können, welcher Prozess für Dein Projekt vorgesehen ist und warum.
Wie ein solcher Prozess konkret aussehen kann, zeige ich in „Ghostwriting für Unternehmer: So entsteht ein Buch, das klingt wie Du“.
Vorsicht, wenn vor dem Angebot kaum jemand etwas über Dein Buch wissen will
Ein komplettes Buch lässt sich schwer seriös kalkulieren, wenn der Anbieter praktisch nichts über das Projekt weiß. Denn der Aufwand hängt erheblich davon ab, was bereits vorhanden ist.
Vielleicht steht die Buchstrategie schon und es gibt ausgezeichnetes Ausgangsmaterial. Vielleicht existieren bisher nur eine Idee, zwanzig Jahre Erfahrung und der Wunsch:
„Daraus möchte ich endlich ein Buch machen.“
Das sind zwei völlig unterschiedliche Ausgangssituationen.
Deshalb würde ich aufmerksam werden, wenn Dir jemand nach einem sehr kurzen Kontakt sofort ein Komplettpaket anbietet, ohne beispielsweise nach Thema, Ziel des Buches, vorhandenem Material, gewünschtem Umfang oder notwendiger Zusammenarbeit zu fragen.
Ein seriöses Angebot sollte zu Deinem Projekt passen und nicht nur zu einer Preisliste.
Der Preis allein sagt erstaunlich wenig
Sehr günstige Komplettangebote würde ich mir genau ansehen. Aber nicht mit der Gleichung:
billig = unseriös
Entscheidend ist, welche Leistung für den genannten Preis tatsächlich enthalten ist.
Ein Anbieter bekommt eine fertige Gliederung und ausführliche schriftliche Vorlagen und erstellt daraus ein Manuskript.
Ein anderer entwickelt zunächst die Buchstrategie, wertet umfangreiches Material aus, führt Interviews, recherchiert, entwickelt die Kapitel und überarbeitet das Manuskript in mehreren Schleifen.
Beides kann als Ghostwriting angeboten werden.
Es ist trotzdem nicht dieselbe Leistung.
Deshalb solltest Du Angebote nicht nur anhand der Endsumme vergleichen. Welche Leistungen den Preis eines Buchprojekts bestimmen, erkläre ich ausführlicher in „Was kostet Ghostwriting? Kosten für ein professionelles Buch“.
Gute Ghostwriter interessieren sich nicht nur für Deinen Schreibstil
Natürlich soll Dein Buch am Ende nach Dir klingen. Aber dafür reicht es nicht, ein paar typische Wörter und Formulierungen von Dir zu sammeln.
Ein Ghostwriter muss verstehen, wie Du denkst.
Welche Unterschiede sind für Deine Arbeit wichtig?
Wo widersprichst Du einer verbreiteten Meinung?
Welche Erfahrungen haben Deine Sicht geprägt?
Woran erkennst Du etwas, das jemand mit weniger Erfahrung möglicherweise übersieht?
Und bei welcher Aussage würdest Du sagen:
„So stimmt das für mich nicht.“
Genau solche Unterschiede machen aus allgemeinen Informationen Deine Expertise.
Wenn sich ein Anbieter fast ausschließlich für Wortwahl und Tonalität interessiert, aber kaum für Deine fachliche Denkweise, würde ich nachfragen.
Du solltest während des Projekts nicht zum Zuschauer werden
Ghostwriting bedeutet, dass jemand anderes einen großen Teil der Schreibarbeit übernimmt.
Es bedeutet nicht, dass Du Dein Buch abgibst und Monate später überraschend ein fertiges Manuskript erhältst.
Du solltest wissen:
- wann Interviews stattfinden,
- wann Du Texte oder Kapitel erhältst,
- an welchen Stellen Dein Feedback gebraucht wird,
- wie Änderungen abgestimmt werden,
- und wie mit fachlichen Korrekturen umgegangen wird.
Gerade am Anfang eines Projekts ist diese Abstimmung wichtig.
Denn ein Ghostwriter kann nur dann lernen, Deine Gedanken präzise wiederzugeben, wenn Du sagen kannst:
„Ja, genau so meine ich es.“
Oder eben:
„Nein. Der Satz klingt gut, aber das ist nicht meine Aussage.“
Ein seriöses Angebot macht Leistungen vergleichbar
Bevor Du unterschreibst, sollte klar sein, was Du eigentlich beauftragst.
Je nach Projekt können beispielsweise folgende Punkte relevant sein:
- Buchstrategie oder konzeptionelle Vorarbeit
- Materialauswertung
- Anzahl und Umfang der Interviews
- zusätzliche Recherche
- Entwicklung der Buchstruktur
- Umfang des Manuskripts
- Feedback- und Überarbeitungsschleifen
- Lektorat und Korrektorat
- Vertraulichkeit
- vertragliche Regelungen zur Nutzung des Manuskripts
- zusätzliche Leistungen rund um Veröffentlichung oder Verlagssuche
Nicht jeder Ghostwriter muss all diese Leistungen anbieten.
Entscheidend ist, dass Du weißt, was Bestandteil Deines Angebots ist und was nicht.
Referenzen sind hilfreich, aber beim Ghostwriting nicht immer einfach
Natürlich kannst Du nach Referenzen, Arbeitsproben oder Kundenstimmen fragen.
Beim Ghostwriting gibt es allerdings eine Besonderheit:
Vertraulichkeit kann gerade ein Zeichen professioneller Arbeit sein.
Ein Ghostwriter kann deshalb möglicherweise nicht jedes Projekt öffentlich nennen oder Dir beliebige Manuskripte früherer Kunden zeigen.
Ich würde fehlende öffentliche Buchreferenzen deshalb nicht automatisch als Warnsignal werten.
Interessanter ist:
Kann der Anbieter nachvollziehbar erklären, wie er arbeitet?
Kann er Dir zeigen, wie er an ein Buchprojekt herangeht?
Stellt er gute Fragen?
Und hast Du nach dem Gespräch das Gefühl, dass er nicht nur Dein Thema gehört, sondern angefangen hat, Dein Buch zu verstehen?
Diese Warnsignale würde ich ernst nehmen
Ein einzelner Punkt beweist noch nicht, dass jemand unseriös arbeitet.
Bei mehreren dieser Punkte würde ich allerdings genauer hinsehen:
- Der Leistungsumfang bleibt trotz Nachfragen unklar.
- Ein konkreter Preis wird genannt, bevor Dein Projekt überhaupt verstanden wurde.
- Es gibt keine nachvollziehbare Erklärung des Arbeitsprozesses.
- Interviews, Feedback oder fachliche Abstimmungen sind kaum vorgesehen.
- Zusätzliche Kosten lassen sich aus dem Angebot nicht erkennen.
- Es bleibt unklar, wer Dein Manuskript tatsächlich schreibt.
- Aussagen über Rechte, Vertraulichkeit oder Nutzung des Manuskripts bleiben schwammig.
- Dir werden Ergebnisse versprochen, die niemand seriös garantieren kann.
Vor allem würde ich auf Dein Gespräch achten.
Ein guter Ghostwriter sollte nicht nur versuchen, Dir sein Angebot zu verkaufen.
Er sollte Fragen stellen, bei denen Du merkst:
Da will jemand wirklich verstehen, was hier entstehen soll.
Die wichtigste Frage vor der Beauftragung
Am Ende würde ich nicht fragen:
„Ist dieser Ghostwriter seriös?“
Das ist zu groß und zu abstrakt.
Frag konkreter:
Kann ich nachvollziehen, wie dieser Mensch aus meinem Wissen mein Buch entwickeln will?
Wenn Du den Prozess verstehst, den Leistungsumfang kennst, die Zusammenarbeit klar geregelt ist und Du fachlich Vertrauen in die Fragen und Arbeitsweise hast, kannst Du eine wesentlich bessere Entscheidung treffen.
Und wenn Du noch gar nicht sicher bist, ob Du die Manuskriptarbeit überhaupt abgeben möchtest, hilft Dir „Ghostwriting oder selbst schreiben? Welche Entscheidung passt zu Deinem Buchprojekt?“ bei der grundsätzlichen Entscheidung.
Häufige Fragen zur Auswahl eines Ghostwriters
Woran erkenne ich einen seriösen Ghostwriter?
Achte weniger auf einzelne Versprechen und stärker auf den gesamten Prozess. Ein seriöser Ghostwriter sollte Dir erklären können, wie Strategie, Materialauswertung, Interviews, Manuskripterstellung, Feedback und Überarbeitung bei Deinem Projekt ablaufen.
Ist ein günstiger Ghostwriter automatisch unseriös?
Nein. Ein niedriger Preis allein ist kein Beweis für mangelnde Qualität. Entscheidend ist, welche Leistungen enthalten sind und ob der dafür notwendige Arbeitsaufwand plausibel erscheint.
Muss ein Ghostwriter Referenzen zeigen können?
Referenzen und Kundenstimmen können bei der Auswahl helfen. Beim Ghostwriting können jedoch Vertraulichkeitsvereinbarungen verhindern, dass sämtliche Projekte öffentlich genannt oder Manuskripte gezeigt werden. Fehlende öffentliche Referenzen sind deshalb allein noch kein Beweis für mangelnde Seriosität.
Was sollte vor Beginn vertraglich geklärt sein?
Unter anderem sollten Leistungsumfang, Honorar, Zahlungsbedingungen, Zusammenarbeit, Überarbeitungen, Vertraulichkeit und die Nutzung des erstellten Manuskripts eindeutig geregelt sein. Bei rechtlichen Unsicherheiten solltest Du eine entsprechend qualifizierte Rechtsberatung hinzuziehen.
Sollte ich mehrere Ghostwriter vergleichen?
Das kann sinnvoll sein. Vergleiche dabei aber nicht nur Preise. Achte darauf, welche Leistungen enthalten sind, wie der jeweilige Anbieter arbeitet und wie gut er Dein Buchprojekt im Gespräch erfasst.
Du möchtest Dein Expertenbuch schreiben lassen?
Wenn Du die Manuskriptarbeit abgeben möchtest, findest Du auf meiner Ghostwriting-Seite weitere Informationen zu meiner Arbeitsweise und dazu, wie ein gemeinsames Buchprojekt aussehen kann.