Du möchtest ein Buch veröffentlichen, aber Du willst oder kannst das Manuskript nicht selbst schreiben.
Dann liegt eine Frage ziemlich nahe:
Wenn jemand anderes mein Buch schreibt, klingt es am Ende überhaupt noch nach mir?
Genau das sollte es.
Ein gutes Ghostwriting-Buch darf nicht wirken, als hätte jemand Deine Informationen genommen und daraus einen beliebigen professionellen Text gemacht.
Dein Leser sollte Deine Gedanken darin wiederfinden. Deine Haltung. Deine Beispiele. Die Art, wie Du Zusammenhänge erklärst und Entscheidungen triffst.
Das bedeutet allerdings nicht, dass ein Ghostwriter einfach Deine gesprochene Sprache abschreibt.
Gutes Ghostwriting geht deutlich weiter.

Was bedeutet Ghostwriting für Unternehmer?
Beim Ghostwriting entsteht das Manuskript in Zusammenarbeit zwischen Auftraggeber und Ghostwriter.
Du bringst Deine Expertise, Erfahrungen, Gedanken und fachlichen Positionen ein. Der Ghostwriter übernimmt daraus die konzeptionelle und sprachliche Arbeit am Manuskript.
Das klingt zunächst einfach.
In der Praxis steckt die eigentliche Arbeit aber genau dazwischen.
Denn das Wissen eines erfahrenen Unternehmers, Beraters oder Experten liegt selten bereits fein säuberlich als Buch vor.
Es steckt in Gesprächen, Präsentationen, Kundenfällen, Vorträgen, eigenen Methoden und Erfahrungen.
Manche Zusammenhänge sind für Dich so selbstverständlich geworden, dass Du sie kaum noch erklärst.
Aus diesem Material muss erst herausgearbeitet werden:
Was davon gehört in dieses Buch?
Und anschließend:
Wie muss es geschrieben sein, damit Dein Leser Deinen Gedanken folgen kann und gleichzeitig Dich darin erkennt?
Wenn Du noch grundsätzlich überlegst, welche Teile Deines Buchprojekts Du selbst übernehmen möchtest, hilft Dir „Ghostwriting oder selbst schreiben? Die richtige Entscheidung für Dein Buchprojekt“ bei dieser Entscheidung.
Ein Buch klingt nicht deshalb nach Dir, weil Deine Lieblingswörter darin stehen
Bei „authentischem Ghostwriting“ wird häufig zuerst über Sprache gesprochen.
Typische Formulierungen, Satzlängen oder bestimmte Redewendungen können tatsächlich eine Rolle spielen.
Aber Deine Stimme besteht aus mehr als Sprache.
Nehmen wir zwei Unternehmensberater, die beide über Veränderungsprozesse schreiben.
Der eine sagt vielleicht:
Bevor ich über neue Prozesse spreche, möchte ich wissen, was im Unternehmen heute tatsächlich passiert.
Der andere beginnt grundsätzlich mit Zielbild, Kennzahlen und Verantwortlichkeiten.
Beide können über dasselbe Fachgebiet schreiben.
Trotzdem würden daraus zwei völlig unterschiedliche Bücher entstehen.
Denn ihre Unterschiede liegen nicht nur in ihren Formulierungen.
Sie liegen darin, wie sie auf ihr Thema schauen.
Genau das muss ein Ghostwriter erfassen.
Der Ghostwriter muss verstehen, wie Du denkst
Das ist für mich einer der wichtigsten Teile eines Ghostwriting-Projekts.
Ich möchte nicht nur wissen, was Du weißt.
Mich interessiert beispielsweise:
Bei welchem Satz eines Kollegen würdest Du sofort sagen: „So einfach ist das nicht“?
Und woran erkennst Du in der Praxis etwas, das ein Außenstehender möglicherweise übersieht?
Solche Fragen bringen häufig genau die Gedanken hervor, die ein Buch unverwechselbar machen.
Denn Expertise besteht nicht nur aus Informationen.
Sie zeigt sich auch darin, wie jemand Informationen einordnet, gewichtet und daraus Entscheidungen ableitet.
Warum Interviews beim Ghostwriting so wichtig sind
Ein Fragebogen kann Grundlagen liefern.
Für ein komplettes Expertenbuch reicht er mir nicht.
Im Gespräch passiert etwas anderes.
Ich kann nachfragen.
Wenn Du zum Beispiel sagst:
„Das würde ich bei meinen Kunden nie so machen.“
dann interessiert mich genau dieser Satz.
Warum nicht?
Was würdest Du stattdessen tun?
Gab es eine Situation, in der Du erkannt hast, dass der andere Weg nicht funktioniert?
Gilt Deine Aussage immer oder gibt es Ausnahmen?
Aus solchen Nachfragen entstehen häufig die Passagen, die später besonders stark nach dem Autor klingen.
Nicht weil ich seine gesprochenen Sätze einfach abschreibe.
Sondern weil im Gespräch sein eigener Denkweg sichtbar wird.
So kann ein Ghostwriting-Projekt ablaufen
Der genaue Ablauf hängt vom Projekt ab. Bei einem Expertenbuch würde ich jedoch niemals einfach mit Kapitel 1 anfangen.
1. Buchstrategie und Ziel klären
Bevor das Manuskript entsteht, muss klar sein, welches Buch überhaupt gebraucht wird.
Für wen schreibst Du?
Wo steht dieser Leser?
Was soll er durch das Buch verstehen, erkennen oder anders machen können?
Welche Deiner Themen gehören dafür hinein und welche bewusst nicht?
Erst daraus lässt sich eine sinnvolle Bucharchitektur entwickeln.
Welche grundlegenden Entscheidungen dafür vor dem Schreiben fallen sollten, zeige ich in „Expertenbuch schreiben: Was vor dem ersten Kapitel entschieden sein muss“.
2. Vorhandenes Material auswerten
Viele Unternehmer beginnen nicht bei null.
Vielleicht gibt es bereits:
Präsentationen, Artikel, Podcastfolgen, Videos, Seminarmaterialien, Modelle, Kundenfragen oder eigene Notizen.
Dieses Material ist wertvoll.
Aber es wird nicht einfach zusammenkopiert.
Es wird daraufhin geprüft, was für das geplante Buch tatsächlich gebraucht wird.
3. Intensive Interviews führen
In den Interviews geht es um Fachwissen, Erfahrungen, Beispiele und Haltung.
Dabei entstehen häufig auch Inhalte, die vorher nirgendwo schriftlich festgehalten wurden.
Denn im Gespräch lassen sich genau die Stellen verfolgen, an denen etwas interessant wird.
4. Manuskript entwickeln
Aus Strategie, Material und Interviews entsteht das eigentliche Manuskript.
Dabei geht es gleichzeitig um mehrere Ebenen:
5. Gemeinsam nachjustieren
Gerade zu Beginn eines Projekts ist Feedback wichtig.
Vielleicht sagst Du:
„Das würde ich nie so formulieren.“
Oder:
„Der Gedanke stimmt, aber der Punkt ist für mich ein anderer.“
Genau solche Rückmeldungen helfen.
Denn Ghostwriting bedeutet nicht, dass Du ein fertiges Manuskript irgendwann zum ersten Mal siehst.
Es ist ein gemeinsamer Entwicklungsprozess mit klar verteilten Aufgaben. Woran Du bei der Auswahl erkennst, ob ein Anbieter tatsächlich so arbeitet, zeige ich in „Wie seriöse Ghostwriter arbeiten und woran Du schwarze Schafe erkennst“.
Was ich beim Ghostwriting nicht machen würde
Ich würde beispielsweise nicht versuchen, jedes „äh“, jede Satzkonstruktion und jede typische Redewendung aus einem Gespräch in das Manuskript zu retten.
Gesprochene Sprache und geschriebene Sprache funktionieren unterschiedlich.
Wenn jemand sagt:
„Das muss eins zu eins klingen wie ich rede“,
würde ich deshalb widersprechen.
Das Ziel ist nicht die Abschrift Deiner gesprochenen Sprache.
Das Ziel ist ein Buch, bei dem Du beim Lesen denkst:
Ja. Genau so meine ich das.
Das ist ein wichtiger Unterschied.
Was ein Ghostwriter von Dir braucht
Auch wenn Du das Buch nicht selbst schreibst, entsteht ein gutes Expertenbuch nicht ohne Deine Mitarbeit.
Ein Ghostwriter braucht Zugang zu Deinem Wissen.
Du solltest deshalb bereit sein,
Zeit für Gespräche einzuplanen,
Material bereitzustellen,
fachliche Fragen zu beantworten,
Entwürfe zu prüfen
und klare Rückmeldung zu geben.
Ghostwriting nimmt Dir einen großen Teil der Schreibarbeit ab.
Es nimmt Dir nicht Deine Rolle als Autor und fachliche Instanz des Buches ab. Welche Leistungen bei einem professionellen Buchprojekt den Preis bestimmen, erkläre ich in „Was kostet Ghostwriting? Kosten für ein professionelles Buch“.
Woran Du erkennst, ob ein Text wirklich nach Dir klingt
Dafür würde ich nicht nur auf einzelne Wörter achten.
Stell Dir beim Lesen lieber diese Fragen:
Erkenne ich meine fachliche Haltung wieder?
Sind das die Beispiele, die ich tatsächlich verwenden würde?
Würde ich die wesentlichen Aussagen auch in einem Kundengespräch vertreten?
Sind wichtige Unterschiede und Einschränkungen enthalten, die mir fachlich wichtig sind?
Fühlt sich der Text präziser an als meine spontane Sprache, aber trotzdem wie mein Gedanke?
Wenn Du diese Fragen mit Ja beantworten kannst, ist das wesentlich aussagekräftiger als die Frage, ob irgendwo Deine Lieblingsformulierung auftaucht.
Ghostwriting bedeutet nicht, Deine Stimme zu ersetzen
Ein gutes Ghostwriting-Manuskript sollte nicht zeigen, wie gut der Ghostwriter schreiben kann.
Es sollte zeigen, was Du zu sagen hast.
Dafür muss ein Ghostwriter zuhören können, nachfragen, sortieren, Zusammenhänge erkennen und auch merken, wann ein scheinbar nebensächlicher Satz etwas enthält, das für Dein Buch wichtig werden könnte.
Das Schreiben kommt danach.
Das Ziel ist deshalb für mich nicht:
„Das klingt, als hätte Petra Baron dieses Buch geschrieben.“
Sondern:
„Das klingt nach dem Menschen, dessen Name vorne auf diesem Buch steht.“
Häufige Fragen zum Ghostwriting für Unternehmer
Ist Ghostwriting legal?
Ghostwriting ist grundsätzlich eine etablierte Form der Auftragsarbeit. Welche vertraglichen und rechtlichen Regelungen im konkreten Projekt gelten, sollte im Ghostwriting-Vertrag eindeutig festgelegt werden.
Muss ich beim Ghostwriting überhaupt noch selbst etwas tun?
Ja. Du musst das Manuskript nicht selbst schreiben, aber Deine fachliche Mitarbeit ist entscheidend. Interviews, Materialien, Rückfragen und Feedback sorgen dafür, dass Dein Wissen und Deine Haltung tatsächlich im Buch landen.
Wie verhindert man, dass ein Ghostwriting-Buch austauschbar klingt?
Indem nicht nur Informationen gesammelt werden. Der Ghostwriter muss auch verstehen, wie Du denkst, welche Erfahrungen Deine Arbeit geprägt haben, welche Unterscheidungen Du triffst und welche Haltung Du zu Deinem Thema vertrittst.
Wie lange dauert ein Ghostwriting-Projekt?
Das hängt unter anderem von Umfang, Ausgangsmaterial, Interviewbedarf, Abstimmung und gewünschtem Manuskript ab. Eine seriöse Zeitplanung sollte deshalb anhand des konkreten Buchprojekts erfolgen.
Du möchtest Dein Expertenbuch nicht selbst schreiben?
Wenn Du viel zu sagen hast, aber das Manuskript nicht selbst schreiben möchtest, kann Ghostwriting der richtige Weg sein.