Merkmale für ein erfolgreiches Expertenbuch

Von Petra Baron

Du weißt viel über Dein Thema. Du hast jahrelange Erfahrung, eine eigene Arbeitsweise und wahrscheinlich genug Material für mehrere Bücher.


Das sind gute Voraussetzungen. Aber sie machen noch kein gutes Expertenbuch.


Denn die entscheidende Frage lautet nicht: Wie bekomme ich möglichst viel von meinem Wissen in dieses Buch?


Sondern: Was braucht der Leser, damit dieses Buch für ihn wirklich etwas verändert?


Ein erfolgreiches Expertenbuch hat eine klare Aufgabe, richtet sich an einen bestimmten Leser, führt ihn auf einem nachvollziehbaren Weg und enthält genau das Wissen, das dieser Leser dafür braucht. Entscheidend sind deshalb nicht möglichst viele Inhalte, sondern Auswahl, Leserführung und eine klare Buchstrategie.


Wie Du diesen Ausgangspunkt genauer bestimmst, zeige ich in „Wie Du die richtige Zielgruppe für Dein Buch findest“.

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Was zeichnet ein erfolgreiches Expertenbuch aus?

Ein erfolgreiches Expertenbuch zeichnet sich durch eine klare inhaltliche Auswahl und einen nachvollziehbaren Leserweg aus. Thema, Inhalte, Gliederung und Umfang richten sich danach, was der Leser durch das Buch verstehen, entscheiden oder verändern soll.


Dafür muss zunächst klar sein, welche Aufgabe das Buch übernehmen soll.


Möchtest Du eine bestimmte Methode erklären? Menschen helfen, ein konkretes Problem zu lösen?


Interessenten zeigen, wie Du denkst und arbeitest? Oder ein Thema besetzen, für das Du als Expertin oder Experte bekannt werden möchtest?


Diese Entscheidung beeinflusst, was in Dein Buch gehört und wie es aufgebaut werden sollte.


Ein Buch, das potenzielle Kunden vor einer Zusammenarbeit mit Dir lesen sollen, braucht möglicherweise einen anderen Aufbau als eines, das ein komplexes Fachthema erschließt.


Für wen sollte ein Expertenbuch geschrieben sein?

Ein Expertenbuch sollte für einen klar definierten Leser und dessen konkrete Ausgangssituation geschrieben sein. Entscheidend ist deshalb nicht nur, wer zur Zielgruppe gehört, sondern wo dieser Mensch steht, wenn er das Buch aufschlägt.


Viele Experten beginnen ihre Buchplanung mit ihrem vorhandenen Material. Sie sammeln Vorträge, Präsentationen, Blogartikel, Seminarunterlagen und Notizen und versuchen anschließend, daraus Kapitel zu bauen.


Damit bestimmt jedoch das vorhandene Wissen die Struktur des Buches.


Ich würde andersherum vorgehen.


Was weiß Dein Leser bereits? Was hat er vielleicht schon versucht? Was versteht er noch nicht? Wo kommt er allein nicht weiter? Und was soll für ihn nach der Lektüre anders sein?


Erst wenn Ausgangspunkt und Ziel klar sind, lässt sich entscheiden, welchen Weg das Buch dazwischen braucht.


Welche Inhalte gehören in ein Expertenbuch?

In ein Expertenbuch gehört nicht das gesamte Wissen des Autors. Hinein gehören die Inhalte, die der Leser braucht, um vom vorgesehenen Ausgangspunkt zu seinem Ziel zu gelangen.


Gerade für erfahrene Experten ist diese Auswahl schwierig. Wenn Du seit vielen Jahren in Deinem Fachgebiet arbeitest, hängt nahezu alles mit allem zusammen. Zu jedem Thema fallen Dir weitere Aspekte, Ausnahmen, Beispiele und Hintergrundinformationen ein.


Fast alles davon kann fachlich richtig und interessant sein.


Trotzdem gehört nicht alles ins Buch.


Kompetenz zeigt sich in der Auswahl.


Die Qualität eines Expertenbuches bemisst sich nicht daran, wie viel Wissen Du darin unterbringst. Entscheidend ist, ob Du das Wissen auswählst, das der Leser für seinen Weg tatsächlich braucht.


Etwas wegzulassen, obwohl Du viel dazu sagen könntest, macht Dein Buch deshalb nicht oberflächlicher.

Es macht die Führung klarer.


Was passiert, wenn genau diese Auswahl beim Schreiben nicht gelingt, zeige ich in „Die 5 größten Fehler beim Schreiben eines Expertenbuchs und wie Du sie vermeidest“.

Wie sollte ein Expertenbuch aufgebaut sein?

Ein Expertenbuch sollte so aufgebaut sein, dass seine Kapitel einen nachvollziehbaren Leserweg ergeben. Die Gliederung folgt deshalb nicht einfach einzelnen Fachthemen, sondern den Schritten, Erkenntnissen und Entscheidungen, die der Leser auf seinem Weg braucht.


Damit verändert sich auch die Frage an jedes einzelne Kapitel.


Statt nur zu fragen:


„Was möchte ich in diesem Kapitel erklären?“


kannst Du fragen:


„Was muss an dieser Stelle beim Leser passieren, damit er danach weitergehen kann?“


Vielleicht muss er etwas verstehen. Eine bisherige Annahme überprüfen. Eine Entscheidung treffen. Oder einen konkreten Schritt gehen.


Jedes Kapitel bekommt dadurch eine Funktion innerhalb des gesamten Buches.


Eine gute Kontrollfrage dafür lautet:


Was kann, weiß, versteht oder entscheidet mein Leser nach diesem Kapitel, was vorher noch nicht möglich war?


Kannst Du darauf keine klare Antwort geben, solltest Du prüfen, ob das Kapitel an dieser Stelle wirklich gebraucht wird.


Wie Du aus diesen Kapitelaufgaben einen zusammenhängenden Leserweg entwickelst, zeige ich in „Die richtige Buchstruktur finden: So entsteht der rote Faden für Dein Expertenbuch“.


Wie zeigt sich Expertise in einem Expertenbuch?

Expertise zeigt sich in einem Expertenbuch nicht allein durch die Menge an Fachwissen. Sie wird daran erkennbar, wie der Autor auswählt, Zusammenhänge erklärt, Unterschiede herausarbeitet und den Leser durch das Thema führt.


Deine Erfahrung zeigt sich beispielsweise darin, welche typischen Fehler Du erkennst, welche Unterscheidungen Du wichtig findest und welche Zusammenhänge Du anders erklärst als jemand, der sich gerade erst in das Thema eingearbeitet hat.


Auch eigene Modelle, Methoden, Begriffe, Fallbeispiele und Beobachtungen können Deine fachliche Perspektive sichtbar machen.


Dabei musst Du Dich nicht ständig selbst zur Autorität erklären.


Expertise muss nicht behauptet werden. Sie sollte sich beim Lesen zeigen.


Was unterscheidet ein gutes Expertenbuch von einer Wissenssammlung?

Eine Wissenssammlung ordnet Informationen zu einem Thema. Ein gutes Expertenbuch wählt aus und führt den Leser in einer sinnvollen Reihenfolge durch genau die Inhalte, die er für ein bestimmtes Ziel benötigt.


Das ist ein entscheidender Unterschied.


Dein Expertenbuch muss nicht zeigen, was Du alles weißt.


Es sollte zeigen, dass Du so gut weißt, worauf es ankommt, dass Du auswählen kannst.


Genau deshalb beginnt die Arbeit an einem Expertenbuch für mich nicht mit dem ersten Kapitel.

Sie beginnt mit der Buchstrategie.


Welche Entscheidungen dafür vor dem Schreiben fallen sollten, zeige ich in „Expertenbuch schreiben: Was vor dem ersten Kapitel entschieden sein muss“.


Wie entwickelst Du eine Strategie für Dein Expertenbuch?

Vielleicht hast Du bereits viele Ideen. Vielleicht gibt es Vorträge, Artikel, Konzepte, Seminarunterlagen oder sogar angefangene Kapitel.


Und trotzdem ist noch nicht klar, welches Buch daraus werden soll.


Genau an diesem Punkt setzt meine Buchstrategie Intensiv an.


Wir klären, für wen Du schreibst, wo Dein Leser steht, wohin Du ihn mit Deinem Buch führen willst und welche Inhalte er dafür wirklich braucht. Daraus entwickeln wir den Leserweg, die Gliederung und einen konkreten Bauplan für Dein Expertenbuch.


So weißt Du vor dem Schreiben, was in Dein Buch gehört, was draußen bleibt und warum.



Mehr zur Buchstrategie Intensiv

Petra Baron